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We invented Paris: Rocket Spaceship Thing

We invented Paris: Rocket Spaceship Thing

„We invented Paris“ – nein, keine französischen Monarchisten, sondern eine Indie-Band aus der Schweiz, die mit „Rocket Spaceship Thing“ ihre neue, zweite Platte am Start hat. Ein Easy-Listening-Silberling im gehobenen Durchschnitt.

Das erste Mal so richtig in Berührung kam ich mit der Band am Acoustic Lakeside 2012. Schon damals waren sie in bleibender Erinnerung geblieben, bis sie langsam aber sicher doch aus dem Sichtfeld gerutscht waren. Umso erfreulicher, als die Promo-Scheibe von We invented Paris den Weg ins CD-Deck gefunden hat. „Mont Blanc“ ist dann bereits ein massives Stück Musik. Indie-Rock, der irgendwo an die Beth Edges erinnert, und vor allem eines ist: live tanzbar. „Auguste Piccard“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, und lässt die aus 2012 bekannten Gefühle, wonach We invented Paris akustisch umwerfend klingen, auch ohne den Akusik-Part wieder aufleben. „Everyone Knows“ schlägt dann in eine melancholischere Kerbe. So richtig zünden will die Nummer aber nicht. Zu austauschbar wirkt die Nummer.

Dance on Water ist danach der Grund, warum die Platte dennoch gelungen ist. Eine Akustik-Nummer. Warum das hörenswert ist, wurde eingangs schon erläutert. Das Highlight der Platte! „Zeppelins“ schließt an die ersten Tracks an. Stimmlich nicht ganz auf der Höhe, und zu eintönig.  Genauso wie „Farmer“.  „Polar Bears“ ist danach schon wieder tanzbarer und schließt dort an, wo sich aktuell so ziemlich alle Indie-Bands bewegen. „Philosopher“ gibt sich im Anschluss ebenfalls rockiger. Und diese Eigenschaft steht den Schweizern um einiges besser als die austauschbaren Tracks im Vorfeld. „Treeless“, „Requiem“, und „Sleeptalker“ beschließen danach das Album so, wie sie es begonnen haben.

Fazit: ein durchwachsenes Album mit herausragenden Indie-Rock-Nummern, einer umwerfenden Akustik-Single, aber mit manchmal zu viel Füllmaterial. Vielleicht wäre eine komprimiertere EP besser gewesen. So bleibt von diesem Raketen-Raumschiff-Ding ein gemischter Geschmack – keine komplette Fehlzündung und kein Absturz, aber extraterrestrische Sphären bleiben zumindest aktuell leider noch unerreicht.

Die Bewertung der subtext.at-Redaktion:

3Punkte

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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