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PeterLicht – Lob der Realität

PeterLicht – Lob der Realität

Ein Crowdfunding-Musik-Literatur-Kabarett-Livealbum von PeterLicht. Teilweise herausragend, teilweise aber fast zu schräg.


Sechsundzwanzigtausendsiebenhundertdreißig Euro. So viel hat PeterLicht auf der Crowdfunding-Plattform startnext.de erhalten, um daraus ein Live-Album zu kreieren. „Lob der Realität“ ist schließlich daraus geworden und überzeugt zumindest ansatzweise als Mischung aus tollen Singer-/Songwriter-Gesängen und teils halbwegs humorigen Einschüben. 2001 Seit dreizehn Jahren ist er schon im Geschäft, seit 11 Jahren so richtig bekannt und in Wahrheit ist er jetzt sozusagen auf seinem Höhepunkt. Oder zumindest an dem Punkt angelangt, an dem es sich lohnt, die besten Dinge live vor Publikum einzuspielen.

Der „Indie-Pop“-Typ (laut laut.de), der sich vom Elektronischen mehr und mehr verabschiedet hat, der in Wahrheit auch richtiger Literat ist (mit seiner Geschichte „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends“ landete er auf Platz 3 beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2007) und gerne eigentlich unbekannt geblieben wäre, diesem PeterLicht ist mit „Lob der Realität“ ein sehr ehrliches und interessantes Werk gelungen.

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Alles was du siehst gehört dir, Zonen, Das Ende der Beschwerde/Du musst dein Leben ändern oder Wir sollten uns halten oder auch das Lied vom Ende des Kapitalismus: Diese Songs sind so großartig, dass sie eigentlich schon den Kauf des Albums rechtfertigen würden. Dazwischen streut PeterLicht kabarettistische Stückchen rein, die mich persönlich nicht wirklich vom Hocker hauen, die vielleicht manchmal ganz einfach zu subversiv für mich sind. Doch die „Hamburger Schule“-artigen Lieder, wie zuvor genannt, zeigen das Talent von PeterLicht, erinnern an Tomte und Kettcar.

„Im Blumenbar Verlag erscheint zeitgleich das Buch „Lob der Realität“, das mit vielen unveröffentlichten Texten und Bildern aus anderem Blickwinkel der Realität ins Auge sieht.“ So zumindest erklärt es die Pressemeldung. Und das kann man sich auch sehr gut vorstellen, so ist Das Sausen der Welt (mit 12 1/2 Minuten der längste Song auf dem Doppelalbum) eine Geschichte mit wechselndem Ort, wechselnder Akustikwelt. Höchst spannend. Live hören kann man diesen geheimnisvollen PeterLicht in Österreich vorerst übrigens nur am 3. Oktober in der ARGEkultur in Salzburg.

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peterlicht.de
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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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