Now Reading:

Upcoming: „Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne“

Upcoming: „Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne“

Von 2- 4. Dezember ist das Projekttheater Vorarlberg mit „Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne“ im Theater Phönix zu Gast. Das Stück von Philipp Weiss, unter der Regie von Susanne Lietzow, handelt von zwei schizophrenen Künstlern, die bis auf ihre Diagnose kaum Gemeinsamkeiten aufweisen.

Ernst Herbeck (1920-1991) und August Walla (1936-2001) waren mehrmals in ihrem Leben Patienten der Nervenheilanstalt Gugging. Walla zeichnete, malte oder fotografierte und wird zu der sogenannten „Art Brut“ gezählt (autodidaktische Kunst); Herbeck wurde Dichter. Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beeinträchtigt seine Sprechfähigkeit, er schweigt.
Schließlich schweigt auch Herbeck, der sich seinen eigenen Kosmos imaginiert.
Den Wunsch, Künstler zu sein, hatten beide nicht. Sie werden von Stimmen, Blicken und Zeiten nicht nur umgeben, sondern erschaffen und zerstören diese auch.

Peter Badstübner und Dietmar Nigsch spielen Herbeck und Walla; vielleicht zwei Kranke oder doch mehr Opfer und zugleich Produkte der Gesellschaft, vielleicht Genies. Ein Widerstand gegen die symbolische Ordnung oder doch nur Einzelschicksale und Rückzug?

„Wir Lebenden haben nur eine Pflicht-; die Zeit zu verwerten (…)“ schrieb Herbeck. Seine Texte werden genauso wie Wallas (z.B. Aussagen) und Videoeinsatz (Petra Zöpnek) in das Stück eingebaut.

„Weiss, Lietzow, Zöpnek, Handler (Videoton, Anmerkung), Badstübner und Nigsch sind den beiden Künstlern und auch den Menschen Herbeck und Walla absolut gerecht geworden, haben diese auf wundersame Weise dem Publikum ganz nahe gebracht, haben sie weder ausgestellt noch Tatsachen verschleiert oder verborgen“, schrieb Kultur- Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft nach der Uraufführung am 12. Dezember 2013 in Feldkirch.

„Regisseurin und Ausstatterin Susanne Lietzow gelingt eine schonungslose, aber auch fast zärtliche Begegnung mit den Protagonisten“, schrieb die Neue Vorarlberger Tageszeitung. Lietzow, seit 2005 zugleich künstlerische Leiterin des seit 20 Jahren bestehenden Projekttheaters, hat für ihre Inszenierungen bereits zwei Nestroy-Preise erhalten und mehrfach für Schauspielhäuser in Dresden (etwa „Die Ratten“ von Hauptmann, „Corpus Deliciti“ von Juli Zeh), Hannover, Wien und das Theater Phönix in Linz („Höllenangst“) Regiearbeiten geleistet. Am 12. Dezember feiert ihre neueste Arbeit zu „Verteidigung der Missionarsstellung“ von Wolf Haas in Graz Premiere.

„Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne“ selbst kann von 2-4. Dezember jeweils um 19.30 Uhr im Theater Phönix in der Wiener Straße 25, Linz; angesehen werden.

Tickets können per E-Mail, Anrufbeantworter oder im Betriebsbüro sowie an der Theaterkasse reserviert werden. Bei letzterer sind sie ab 16 Uhr zu erhalten.

Link zur Stückbeschreibung: http://www.theater-phoenix.at/spielplan.php?action=content&s_id=377
Link zum Projekttheater: http://www.projekttheater.at/

Share This Articles
Written by

Katharina ist Soziologin und Sozialforscherin (P und P Sozialforschung). Darüber hinaus ist sie regelmäßig journalistisch tätig, z.B. in Form von Praktika (Radio Oberösterreich, Neues Volksblatt,...) und derzeit als Redakteurin für FROzine, das Infomagazin von Radio FRO. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

Kommentare werden geladen...
Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen