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White Miles & Phobos in der KAPU: die Chemie stimmt!

White Miles & Phobos in der KAPU: die Chemie stimmt!

Trotz des schönen Wetters und der starken Veranstaltungskonkurrenz, etwa durch die zeitgleich im Hafen stattfindenden Bubble Days, zeigte sich die KAPU am Samstag mit etwa 200 Menschen sehr gut gefüllt. Der Grund? – Das Tiroler Rock-Duo White Miles und  die hauseigenen Riff-Schmetterer Phobos waren zugegen. Wir waren natürlich auch vor Ort, um uns dieses Spektakel zu gönnen.

Die späte Beginnzeit (22 Uhr) wurde in alter KAPU-Tradition sogar noch um ein halbes Stündlein nach hinten verschoben. Zeit genug also, um (endlich) so lange es geht, im gemütlichen Gastgarten sitzen zu bleiben. Mit den ersten Tönen von Perforate Minds lockten Phobos aber dann wie auf Knopfdruck alle Anwesenden in den Konzertsaal. Die drei KAPU Stammgäste hatten sich in letzter Zeit mit ihren Liveauftritten in Linz etwas rar gemacht. So gab es Grund zur Hoffnung, heute den einen oder anderen neuen Song hören zu können. Und tatsächlich! Nicht nur die mittlerweile schon wieder 2 Jahre alte Debütplatte Bad Seed wurde gespielt, sondern auch vielversprechendes, neues Material. Grunge, Stoner Rock, Sludge und einen Schuss Psychedelic kann man hier raushören. Man bleibt sich treu. Wuchtig, donnernd und dröhnend bahnen sich die tonnenschweren Riffs von Phobos ihren Weg durch Mark und Bein. Wer da nicht zumindest mit dem Kopf mitnicken muss, der hat wohl keinen Puls mehr. Der Drummer hält übrigens seine Sticks verkehrt herum. Nicht, dass das wichtig wäre. Ist mir zuvor nur noch nie aufgefallen.

Weiter im Programm: White Miles – Auch bekannt als Lofi und Medina, die zwei sympatischen Tiroler, denen in ihrer jungen und beeindruckenden Bandkarriere nicht immer nur gutes wiederfahren ist (Stichwort: Bataclan) waren zum ersten Mal in der Stadt. Also zumindest rein konzertmäßig. Man wurde zuvor bereits einmal für einen glorreichen Saufabend in die KAPU entführt, wie die Frontfrau unter anderem erzählte. Im April ist Album Nr.2 „The Duel“ erschienen, welches naturgemäß heute einen Großteil der Setlist bildete. Eine Schnittmenge aus Stoner- und Bluesrock, vorgetragen mit einer derartigen Power, wie ich es selten zuvor erlebt habe. Dynamisch, mitreißend, auf den Punkt gespielt und einfach nur großartig. Eine andere Umschreibung gibt es dafür wohl kaum. Medina fegt, einem Wirbelwind gleich über die Bühne. Eine Rampensau, wie sie im Buche steht, mit einer aufgekratzten Stimme, wie sie nicht besser zur Musik passen könnte. Lofi stellt sich diesem Bühnenduell indem er sein Schlagzeug mit einer Intensität bearbeitet, dass man kaum in der Lage ist seinen Blick abzuwenden. Generell ist an diesem Abend überall zu spüren, dass die Chemie zwischen allen einfach passt. Zwischen Location und Musikern, den Bands untereinander, den Bands und dem Publikum, usw. Gerade deswegen empfand ich es auch als so einen gelungenen Abschluss, als beim letzten Song sowohl Teile des Publikums, als auch die Phobos nochmal die Bühne enterten, um zur Gitarre zu greifen, als dritte und vierte Hand hinterm Schlagzeug auszuhelfen, oder einfach nur um mit der Sängerin nochmal richtig die Sau rauszulassen. Definitiv ein Abend, der viele begeisterte Gesichter zurückließ und baldiger Wiederholung bedarf. Cheers!

 

Fotos: Andreas Wörister (Slih’s Photography)

 

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Schreibt Albumrezensionen, Konzertberichte und führt gerne Interviews - transkribieren tut er diese aber weniger gern. Immer wieder auch für Blödsinnigkeiten abseits seines Kerngebiets "Musik" zu haben. Hosted einmal monatlich die Sendung "Subtext on Air" auf Radio FRO, ist bei mehreren Kulturinitiativen und in einer Band aktiv.

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