Zwischen Doom und Pop: DORRE & TAME in der KAPU

Am Freitagabend war die KAPU wieder einmal Stoner Rock Hotspot Nr.1 in der Stahlstadt. Die auf Tour befindlichen Dorre aus Belgien und die heimischen Tame aus Graz bzw. Linz zeichneten sich für das Spektakel verantwortlich.

Kurz nach 22 Uhr, also mit genügend Vorlaufzeit um in der KapuBar noch das eine oder andere kalte Hopfengetränk zu sich zu nehmen, starteten Tame ihr heißt ersehntes Set. Es war der erste Auftritt in Linz und erst der zweite überhaupt für die Band, deren Mitglieder in Linz und Graz beheimatet sind. Ihren Sound haben sie einer Mischung aus Stoner und Alternative Rock, sowie einer ordentlichen Dosis Pop verschrieben. Man meint Einflüsse wie Queens Of The Stone Age, Biffy Clyro oder die Arctic Monkeys der jüngeren Vergangenheit herauszuhören. Die Stimme von Božidar Dimitrijević erinnert dabei leicht an artverwandte Frontmänner wie Aaron Bruno (Awolnation) oder Dan Reynolds (Imagine Dragons). An Letztere muss man auch bei den aufgefetteten Trommelsounds und Backingvocals, die teilweise als unterstützende Samples aus dem Laptop kommen, denken. Dem entgegen stellen sich dann aber ein grimmig verzerrter Bass, der die Songs trägt und eine Leadgitarre, die sich über all dem so richtig austoben darf und den Sound um einiges roher und dreckiger als auf den Studioaufnahmen klingen lassen. Zwar merkte man den Vieren noch die eine oder andere Unsicherheit und Abstimmungsschwierigkeit im Zusamenspiel an, aber das darf man beim zweiten Auftritt einer doch recht neuen Band gerne verzeihen. Fazit: Das hat definitiv Bock auf mehr gemacht!

Tame

Danach wurde relativ schnell klar, dass ein Großteil der ca. 70 anwesenden Konzertbesucher wegen der Halb-Lokalmatadoren Tame gekommen war. Denn vor dem Auftritt der belgischen Doom/Stoner/Psychedelic-Band Dorre leerte sich der Saal bis auf ca. 15 Leute. Jammerschade! Denn was hier geboten wurde, hätte eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Gnadenlos tight und zwischendurch immer wieder mal mit (für Genreverhältnisse) angenehm angezogenem Tempo spielte sich das Quartett durch ein 45-minütiges Instrumental-Sammelsorium aus donnernden Gitarrenriffs. Ein packendes Liveerlebnis, welches, auch wenn man schon dutzende ähnliche Bands gehört hat, zu keiner Sekunde langweilig wurde und mit Fortdauer eine immer mehr hypnotisierende Wirkung entwickelte. Ebenso dunkel und elegant schwermütig wie sich das live anhört klingt es auch auf der aktuellen Split EP mit Bethmoora, in die ihr hier auf Bandcamp mal reinhören solltet.

Fotograf: leider krank

Dorre

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geschrieben von

Schreibt Albumrezensionen, Konzertberichte und führt gerne Interviews - transkribieren tut er diese aber weniger gern. Immer wieder auch für Blödsinnigkeiten abseits seines Kerngebiets "Musik" zu haben. Hosted einmal monatlich die Sendung "Subtext on Air" auf Radio FRO, ist bei mehreren Kulturinitiativen und in einer Band aktiv.

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