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Dillon: unbeschreiblich schön!

Dillon: unbeschreiblich schön!

„The Silence Kills The Unknown“ – unter diesem Motto befindet sich die deutsch-brasilianische Künstlerin Dillon samt Chor derzeit auf Tour. Fazit nach dem Tourstopp im Rahmen der Österreich-Konzerte am vergangenen Mittwoch im Linzer Posthof: wow, war das schön!

Eins vorweg: Lob ans Publikum. Es ist nicht selbstverständlich, dass man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören hätte können – so ruhig war es an diesem Mittwochabend im Konzertsaal. Doch die Ruhe war vor allem eines: berechtigt. Die gut 400 Zuhörer im Saal hingen förmlich an den Lippen von Dillon, die auf ihrer Tour die beiden Alben „The Unknown“ sowie „This Silence Kills“ zu einer runden, mit Chor verstärktem Darbietung verschmolzen hat, die in einem Live-Album gipfelten. Man merkt gleich zu Beginn: Dillon scheint es Spaß zu machen, ihre Songs auf diese Art und Weise zu performen. Egal ob bei Tracks wie „Thirteen Thirtyfive“, oder bei dem großartigen, weil zerbrechlich und dabei doch imposanten „Tip Tapping“. Krönender Höhepunkt: „Don’t Go“. Dillon spielt mit der Emotion, sie singt nicht nur, wie sie im Interview mit uns vor zwei Jahren meinte, sie spielt mit der Musik, und mit dem Publikum, das sich den Tönen hingibt. Eine gelungene Mischung aus Melancholie, elektronischen Einflüssen, Piano-Elementen und unkonventionellen Wendungen ist es, was die Musik von Dillon auszeichnet. Ach ja, live dieses Mal mit Chor, der zwar angenehm präsent, aber nicht zu sehr im Vordergrund gestanden ist.

Frenetischer Applaus zwischen den Songs wechselt sich mit der oben erwähnten, fast schon gespenstischen Stille ab. Es gibt nur wenige Artists, die das so gut hinkriegen. Dillon ist eine davon – als sie nach einer guten Stunde von der Bühne geht, sieht man ein kurzes Lächeln auf ihren Lippen. Die Zugaben werden dann puristischer gespielt. Dillon am Piano – so, wie viele sie kennen und lieben gelernt haben. Apropos kennengelernt: dieses Konzert eröffnete eine neue Facette einer Künstlerin, deren einzigartiger Gesang immer Wieder aufs Neue begeistert. Knappe eineinhalb Stunden, die man als Musikfan nicht besser investieren kann. Liebe Leute, wenn ihr noch die Möglichkeit habt, das live zu sehen, tut es. Unbedingt!

Foto: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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