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Ein Kompliment an die Sportfreunde Stiller

Ein Kompliment an die Sportfreunde Stiller

So schön war der Posthof noch nie! Lichterketten, Menschenmeer und bezaubernde Musik. Die Sportfreunde Stiller und Pelzig zeigten uns am Samstag, wie schön Musik sein kann. Einfach zum Verlieben.


Schon seit Monaten war das Konzert der Sportfreunde Stiller am Samstag im Linzer Posthof ausverkauft. Und schon die Vorband „Pelzig“ fand einen vollen Saal vor.  Seit 1995 gibt es die Münchner Band bereits – musikalisch bereitete diese uns auf die Sportfreunde Stiller vor. Vom Stil her nicht ganz ähnlich – so erinnert die Band mehr an Element of Crime, halt eine Spur elektronischer. Am Samstag gaben sie fast nur neue Nummern zu besten. Wir haben uns in der halben Stunde ein Stück weit in die Jungs verliebt.

Mit „Raus in den Rausch“ beginnt dann das knapp zweistündige Konzert von Sportfreunde Stiller. Und wenn es draußen stürmt und schneit gibt es kaum was Besseres, das einen warm halten kann, als in mitten von musikbegeisterten Menschen denBalladen der drei Jungs zu lauschen und mitzusingen. Herzerwärmend war auch der Augenblick, wo der kleine Moritz aufgerufen wurde. Der kleine Siebenjährige hat im Vorfeld einen Brief an seine Helden geschrieben – als Lohn für seine Wörter bekam er zwei Drumsticks und ein Plektrum quer durch den Saal gereicht. Und wer weiß, vielleicht steht der kleine Moritz in 10 15 Jahren selbst auf der Bühne, ob als Schlagzeuger oder Gitarrist, spielt dann keine Rolle.

Die Sportfreunde Stiller sind eine Band, die ich soweit ich mich erinnern kann schon ewig gibt. Mit ihren Lieder verbinde ich so einige schöne Momente. Ob am Lagerfeuer, meine ersten Versuche, Gitarre zu spielen, oder beim Kuscheln mit meiner ersten Liebe – ein Lied war immer dabei, „Kompliment“ von den Sportis. Und was wäre ein Konzert ohne dieses eine Lied, das Lied das in allen Liederbüchern steht und auch als Synonym zu Lagerfeuermusik geführt wird? Richtig, 1000 Menschen würden  komplett traurig, wütend und enttäuscht nach Hause gehen. Das würden sich die Drei wohl nie erlauben, und so hoffen wir, dass sie ihren ersten „Evergreen“-Song auch auf ihrem letzten Konzert spielen werden. Dass Linz für sie kein unbekanntes Pflaster ist, haben sie schon vor Jahrzehnten damals in der Kapu bewiesen – zwar noch unter einem anderen Namen, aber seitdem waren sie ja doch schon öfters in Linz. Zumindest oft genug, um zu wissen, welche Fußballmannschaften es in der Stahlstadt gibt.

Und so schnell vergeht die Zeit und das Ende der Setlist ist mit „Wunder fragen nicht“ erreicht, knapp 16 Songs später wurden die letzten zwei Jahrzehnte Bandgeschichte perfekt musikalisch ausgeleuchtet – aber das kann es doch noch nicht gewesen sein? Zwei Zugaben, eine Unplugged Session  und acht Songs später war dann wirklich Schluss. Highlights des Abends waren neben den Lichterketten (zum Verlieben) Songs wie „Applaus Applaus“, „Siehst du das genauso“, „Geschenk“ und natürliche „New York, Rio, Rosenheim“. Wunderbare Musiker und ein noch wunderbarer Konzertabend!

Fotos: Andreas Wörister

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