Rainer von Vielen tourt momentan mit neuem Album, „Überall Chaos“, und auch im Röda in Steyr machte er einen Halt – was schon fast zur Tradition wird. Leider konnte die Vorband „The Gitarren der Liebe“ nicht so ganz überzeugen.

Murphy’s Law ist schon ein Hund. Da verfährt man sich bei der Anfahrt und schon ist alles im Eimer. Der Akku der Kamera hat an dem Abend leider den Geist aufgeben – deswegen nur der Text ohne Bilder.

The Gitarren der Liebe machten am Freitag im Röda in Steyr den Anfang. Würde ich die Band mit einem Adjektiv beschreiben müssen, wäre dies schräg, bzw. sehr schräg. Die vier MusikerInnen aus Graz locken Töne aus ihren Musikinstrumenten, die für meine Ohren sehr ungewohnt klingen. So grob lassen sie sich wohl dem eher rockigen Musikgenre zuordnen. Wobei so ganz in eine Schublade lassen sich die schrillen Töne der Geige und Querflöte nicht einordnen. Auf Aufnahmen konnte mich die Band durchaus überzeugen, ihnen eine Chance live zu geben. Nach Freitag bin ich dann doch etwas enttäuscht – die Sängerin brauchte einen Zettel um ihre Lyrics richtig zu singen, und auch so wirkte das Set nicht ganz so rund.

Der Headliner des Abends konnte da schon mehr überzeugen. Ob es daran liegt, dass ich die Band schon seit meiner Jugend kenne und liebe, würde ich als Grund nicht ausschließen. Rainer von Vielen bot eine Show der Sonderklasse. Der „neue“ Vollblut´-Schlagzeuger und Entertainer Sebastian Schwab konnte schon vor dem Konzert mit seiner Showeinlage punkten und stimmte das Publikum auf ein grandioses Konzert ein. Mit seinen 40 (oder knapp 40) Jahren sprang Frontsänger Rainer durch die Gegend – da kam man ja schon alleine beim Zuschauen ins Schwitzen. Mit dem neuen Album „Überall Chaos“ haben sie wieder einmal bewiesen, dass man vielfältig und zugleich seinem Stil treu bleiben kann. Lieder wie „Divan“ oder „Der größte Tag“ kamen auch in Steyr im halb vollen Saal sehr gut an. Verständlicherweise wurde bei den neuen Songs etwas zurückhaltender getanzt als bei altbekannten Freunden wie „Innen an Außen“, „Mein Block“ oder „Plan X“. Die Stimme von Frontsänger Rainer Hartmann ist so facettenreich wie keine andere, von tiefen bassartigen Töne bis hin zur Kehlkopfstimme können alle Register gezogen werden. Auch die Setlist selbst hatte einiges zu bieten, selbst vom ersten Album „00160-98236130“ waren Songs vertreten, wie etwa „Räderwerk“. Überrascht hat mich vor allem das letzte Lied, normal immer der Zugabe vorbehalten, spiele die Band zum Schluss „Tanz deine Revolution“. Und auch wenn es im Set viele Lieder gibt, die mindestens genauso gut sind wie diese Nummer, war bzw. ist dieser Song immer noch das Highlight bei einem Rainer von Vielen-Konzert.

Aber ohne Zugabe ließen wir den Rainer dann doch nicht zurück nach Deutschland fahren. 4 Nummern später war dann leider wirklich Schluss. Ein Konzert von Rainer von Vielen versetzt mich immer wieder in mein Jugend zurück. Mit (fast) jedem Lied verbinde ich viele nette Momente, wie es nur sein kann, wenn man mit einer Band groß geworden ist. Da ich glücklich und strahlend den Saal, vollbepackt mit dem neuen Album verlassen habe, brauch ich denk ich nicht mehr extra zu erwähnen, wie toll das Konzert war.

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