Etwas anders als gewohnt präsentiert sich der neue Film von Michael Glawogger und Monika Willi. Ein Film ohne Titel und ohne Konzept. Ein Film wo aufs Blaue hinaus gefilmt wurde und im Nachhinein die einzelnen Teile zusammengestöpselt wurden. 

Glawoggers letzte Aufnahmen während seiner Reise quer durch Italien, den Balkan und Afrika wurden von Monika Willi zu einem Film zusammengesetzt. Ein Film, der keinen Titel trägt und auch auf keiner dramaturgischen Handlung basiert. Das einzige Konzept hinter diesen Aufnahmen scheint die Neugierde des Filmenden zu sein. 100 Minuten lang dauern diese Eindrücke, die auf seiner letzten Reise gesammelt wurden. Der Film scheint nie zu Ruhe zu kommen, die abgebildeten Szenen stehen nie still. Immer bewegt sich etwas. Die gefilmten Personen/Dinge gehen, laufen, fahren oder fliegen. So wie sich Michael Glawogger auf Reise befand, so scheint es, tut es auch der Film. Der Film beginnt mit der Botschaft vom Tod von Michael Glawogger an Malarie und erzählt eine Geschichte vom richtigen Abschiednehmen. Entweder man steigert sich zu viel in die Prozedur des Abschieds hinein, oder man tut es zu wenig intensiv. Egal wie man es macht, man macht es immer falsch – dies ist zumindest die Meinung der sanften Erzählerstimme. Die Geschichte wird mit Bildern von Edelstein suchenden AfrikanerInnen und Müllkindern, die nach brauchbaren Materialen bei der Mülldeponie Ausschau halten, hinterlegt.

Die Qualität der Aufnahmen sind teilweise nicht so, wie man sie von den restlichen Werken von Michael Glawogger kennt. Jedoch die Machart selbst, der Schnitt und auch der Ton lassen erkennen, dass sehr viel Liebe zum Detail in diesem Film steckt. Der Text, der neben den einzelnen Frequenzen eingespielt wurde, war sehr passend zur Thematik ausgewählt. So wurde eine abgewandelte Version von Vater Unser (passend zur Flüchtlingsthematik) zu Aufnahmen von vom Krieg zerschossenen Häusern gezeigt. Teilweise fehlte jedoch die Spannung, bzw. die Handlung, um die gesamten 100 Minuten aufmerksam zu bleiben.

Der Film gibt einen ganz intimen Einblick in den Alltag von verschiedenen Menschen, die sich bei einer Wasserstelle anstellen, die sich ihr Essen zubereiten oder die Menschen, die sich nach einem Stromausfall herzlichst über den wiederkehrenden Strom freuen. Einblicke, die man als Tourist selten erleben kann, werden einem mit diesem Film direkt vor die Nase gesetzt. Lebensecht wurden die Sequenzen einfangen und zusammengeschnitten. Auch wenn dieser Film keinerlei Konzept verfolgt, ist er dennoch sehenswert.

Der Film läuft momentan noch in den Programmkinos in Linz.
Weiter Informationen findet ihr auf der Homepage vom Moviemento.

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