Post-Grunge, die „radiotauglichere“ Version des Grunge, war immer schon ein Genre, dass die Massen fasziniert. Einer seiner bekannteren Vertreter, Seether, war vergangenen Mittwoch zu Besuch in der Stahlstadt und sorgte mit Support von Sons of Texas und LTNT für viel Stimmung und einen lauten und gelungenen Wochenteiler. 

Zugegebenermaßen ist es etwas ungewohnt, bei einem Posthof-Konzert unter der Woche gleich zwei Vorbands im Programm zu haben, an diesem Mittwoch hat sich dies jedoch definitiv ausgezahlt. Pünktlich um 20:00 Uhr startete der Konzertabend mit Sons of Texas, der härtesten Band im Line-Up. Der Name ist bei ihnen Programm, und so präsentierte die fünfköpfige Band einen Soundmix aus Southern Hardrock, Heavy Metal und Hardcore. Obwohl dieses Konzept auf das erste Hinhören sehr willkürlich wirkt, entpuppt es sich als sehr gelungen: Sons of Texas weiß, was es heißt, musikalisch sein Handwerk zu beherrschen und gleichzeitig für ordentlich Energie auf der Bühne zu sorgen. Das machte sich auch im Publikum bemerkbar, indem sich im Laufe des Konzertes langsam Bewegung in der Menge einspielte.

Sons of Texas sorgten für einen lauten Start

Musikalisch mehr in Richtung der Hauptband gehend, aber dennoch sehr auffällig präsentierte sich auch LTNT, die zweite Band des Abends. In verspielten Kleidern betraten die drei Londoner die Bühne und sorgten so für einen bizarren Anblick und einem im Kontrast dazu sehr erwachsenen und bodenständigen Sound. Sich stilistisch irgendwo zwischen Grunge und Alternative Rock bewegend, füllten LTNTs Musik den Raum vollends und zog so das Publikum in seinen Bann. Von schnellen und harten Nummern bis zu eher ruhigeren Balladen hatte die Band alles zu bieten und kristallisierte sich aufgrund ihrer individuellen Präsenz bald als das Highlight des Abends heraus. Die Band ist ein Kontrast in sich, welcher bestens funktioniert und welchen man hoffentlich noch öfters auf österreichischen Bühnen live erleben darf.

LTNT, die musikalische Überraschung des Abends

Nachdem jede Vorband ihre (bei dieser Qualität auch verdienten) 40-50 Minuten Spielzeit hatte, starteten Seether als Hauptact für einen Mittwoch ungewohnt spät um 22:00 Uhr.  „Stoke the Fire“, ihr erster Song und gleichzeitig der erste Titel ihres aktuellen Albums „Poison the Parish“, schürte das Feuer auch im Publikum und die Stimmung im mittlerweile gefüllten Saal war bereits bei Beginn des Auftrittes am Kochen. Neben ihrem aktuellen Album waren auch die bekanntesten Werke der Band wie „Gasoline“, „Fake It“ und „Words as Weapons“ stark vertreten und vom Publikum leidenschaftlich besungen. Auch ihre Balladen, allem voran natürlich „Broken“, waren fester Bestandteil des Auftritts und brachten nicht nur romantische Stimmung, sondern auch das Gekreische zahlreicher weiblicher Fans mit sich. Für die entsprechende Dramatik wurde nach jedem Song das Licht komplett schwarz gedimmt, ein mir nicht ganz schlüssiges Stilelement, aber zur „Marke“ der Band durchaus passend. Insgesamt zeigte Seether solide Performance, zwar mit wenig Publikumsinteraktion, aber musikalisch auf sehr hohem Niveau. Die Band ist ihrem guten Ruf durchaus gerecht und schuf somit den perfekten Abschluss eines gelungenen, rockigen Konzertabends.

Fotos: © Andreas Wörister (Facebook Page / Homepage )

 

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