Das Jahr ging in seine letzten Tage und Stunden. Zeit also zurückzublicken auf das Spielejahr 2017. Die subtext.at-Redaktion blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Wir haben die ersten Rezensionen veröffentlicht und waren als Presse auf unserer ersten Gamescom in Köln. Darum gilt zuerst einmal ein großer Dank euch, unseren Lesern. Die gesamte Gaming Sparte ist noch keine 12 Monate alt und wurde von euch sehr gut angenommen. Dafür sagen wir danke und nun gehört das Wort unseren Redakteuren, die neben ihrem Spielehighlight auch ihre größte Enttäuschung bzw. ihren größten Aufreger des Jahres präsentieren.

Andreas Wörister

Bestes Spiel – F1 2017

Ich muss ehrlich zugeben, so viel hab ich dieses Jahr nicht gespielt. Mit dem Alter schwindet dann halt doch die Zeit, welche für Hobbys wie Gaming bleibt. Von den wenigen Titeln die ich dieses Jahr aber gespielt habe sticht einer heraus, mein Spiel des Jahres, F1 2017 vom Entwickler Codemasters. Als langjähriger Formel 1 Fan, der kein Rennen verpasst, auch wenn man für Japan um 04:00 aufstehen muss, hat mich dieser Titel in seinen Bann gezogen. Die Reihe war von Anfang an ein hervorragendes Rennspiel, erreichte jedoch mit der 2017er Ausgabe einen neuen Höhepunkt. Die Inszenierung war endlich mal auf gutem, die Steuerung und das Fahrverhalten auf unglaublich hohem Niveau. Dazu brachten die Trainingsaufgaben gemeinsam mit dem Forschungsbaum neue taktische Elemente ins Spiel. Klar auch F1 2017 ist noch nicht perfekt, aber es ist so nahe am perfekten Formel 1 Rennspiel dran wie noch kein Titel zuvor – darum mein Spiel des Jahres

Schlechtestes Spiel – Destiny 2: Fluch des Osiris

Wie hab ich mich auf Destiny 2 als PC-Spieler gefreut. Endlich kommt die bisher playstationexklusive IP auf den PC und die Vanila Version hatte zwar ihre Fehler – Thema repititves Endgame – aber an sich war das ein gutes Spiel. Man hatte auch das Gefühl Bungie versteht die Kritiken, die Probleme werden angegangen, man versprach mit dem ersten DLC „Fluch des Osiris“ Besserung. Leider war das fertige Produkt dann ein Schlag ins Gesicht. Bungie war einmal König unter den Designern von Leveln. Halo hatte legendäre Level wie den Kartograph und eine toll erzählte Story. Beide Bungi- Qualitäten finden sich im DLC nicht. Die Level sind uninspiriert und immer wieder der gleiche, wirklich exakt gleiche, Schlauch. Spätestens beim dritten Mal sind dadurch die Missionen und Adventures nur noch langweilig und mehr Frust als irgendetwas anderes. Auch die Story ist alles, nur nicht spannend und wird nicht zu Ende erzählt. Bungie, ihr konntet das früher mal besser.

Natascha Rammelmüller

Bestes Spiel – The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Mein Highlight des Jahres 2017 war diesmal wirklich schnell gefunden. War ich bisher schon Zelda-Fan, hat Breath of the Wild meine Liebe zu dem Franchise nochmal verdoppelt. Eine riesige offene Spielwelt mit wunderschönem grafischen Stil, wirklich herausfordernde Kämpfe und der zeitlose Zelda-Soundtrack, eingespielt in moderner Form von einem großen Orchester… was könnte das Gamer-Herz mehr verlangen! Durch einige neue Elemente, wie dem Gleiter oder den Teleportern, wurde das Spielerlebnis noch etwas freier, und man kann wirklich seine eigene kleine Geschichte schreiben. Ich kann gar nicht sagen wie viele Stunden ich bereits im neuesten Hyrule verbracht habe, dennoch bereue ich definitiv keine Einzige davon.

Größte Enttäuschung – Ark: Survival Evolved

Am meisten enttäuscht war ich dieses Jahr definitiv von dem – bereits im Vorfeld sehr gehypten – Ark: Survival Evolved – ein Survival Game, in welches man in eine Inselwelt voller Dinos und Yetis geworfen wird. Die Eindrücke der Betaversion sahen alle super aus, das Spiel wurde oft in den höchsten Tönen gelobt. Dennoch war ich wirklich enttäuscht, als man nach dem (bereits mehrfach verschobenem) Release von zahlreichen Bugs, unschlüssigen Aufgaben und wirklich schlecht durchdachter Logik empfangen wurde. Spätestens als man stundenlang einen schlafenden Dino bewachen sollte, war es mir definitiv einfach zu viel des Guten – mag sein, dass ARK zahlreiche Menschen begeistern kann, Dinositter ist jedoch ganz sicher nichts für mich. Vielleicht war ich auch vor allem deswegen von ARK so enttäuscht, weil ich bereits von Horizon Zero Dawn (was teilweise ein ähnliches, dennoch unterschiedliches Setting aufweist) wirklich sehr verwöhnt war.

 

Andreas Eichhorn

Bestes Spiel – Playerunknown’s Battlegrounds

Zwar hat PUBG den Großteil des Jahres nur als Early-Access-Titel verbracht, dennoch hat es Rekord um Rekord gebrochen. Zuletzt hatte es auf Steam fast drei Millionen Spieler… gleichzeitig. Der bisherige Spitzenreiter DotA 2 ist da mit seinem Rekord von 1,3 Millionen Spielern weit abgeschlagen. Aber was bewegt jeden Abend etwa 2,5 Millionen Menschen den PC einzuschalten und PUBG anzuwerfen? 100 Spieler, jeder-gegen-jeden, die Battle Royal Formel hat für mich mit PUBG die letzte Würze erhalten. Das Spielgefühl ist flüssig, die Grafik stimmig und der Nervenkitzel, wenn ich weiß, dass da gerade jemand in das Haus gekommen ist, in dem ich mich verschanze, hat definitiv Suchtpotenzial.

Größter Aufreger – Loot-Crate-Skandal: EA und Battlefront II

Für mich ist der Shitstorm der EA erfasst hat zu 100 Prozent gerechtfertigt, erstaunlich finde ich eher, dass er nicht schon viel früher begonnen hat. Zugegeben, PUBG hat ebenfalls Loot-Crates. Der entscheidende Unterschied zwischen den Mikrotransaktionen in SW: BF II und PUBG ist aber, dass kluge Publisher und Entwickler wie Valve und Bluehole in ihren Spielen rein kosmetische Accessoires verhökern, während spielentscheidende Aim-Assist Verbesserungen beispielsweise, wie sie in Battlefront II angedacht waren, die Spielmechanik eines Shooters zerstören. Die unglückliche Stellungnahme eines EA Vertreters auf Reddit hat die Fangemeinde auch nicht besänftigen können. Schlimmer noch: Eine verwendete Phrase des an Reddit verfütterten Community Managers („Provide players with a sense of pride and accomplishment“) ist inzwischen zum Meme geworden und wird immer wieder bei Debatten über fragwürdige Firmenentscheidungen gesehen, die als profitgierig empfunden werden. Eine Petition von Fans, die Disney dazu bewegen soll, EA die Star Wars Lizenz wegzunehmen, hat inzwischen 171 720 Unterstützer (Stand 20.12.2017). Obwohl die Petition geringe Chancen auf Erfolg hat, nicht zuletzt weil kaum ein Publisher außer EA die notwendigen budgetären und personellen Ressourcen für einen Triple-A Star Wars Titel hat, zeigt sie recht eindeutig, wie die Fans über EAs Finanzierungspolitik denken, mich eingeschlossen. Ach LucasArts, warum habt ihr uns nur so früh verlassen?

Christoph Thorwartl

Bestes Spiel – Tekken 7

Zugegeben, der aktuellste Ableger der Tekken-Serie erfindet das Genre nicht neu. Tekken 7 nach objektiven Gesichtspunkten als „Bestes Spiel“ des Jahres zu bezeichnen, ist wohl auch nicht allzu häufig der Fall. Auf emotioaler Ebene kann Tekken 7 aber überzeugen. Lässt man die unglaublich seichte Kampangenstory mal weg, wird ein gehöriger Hauch von Nostalgie geboten, der mich schlagartig in meine Gaming-Anfangszeiten zurückversetzt hat. Selten schaffte es ein Spiel, diese Gefühle hervorzubringen – vielleicht auch deshalb, weil man dankenswerterweise auf die First-Gen-Fans gehört hat und mit den Ursprungscharaktern auch ursprüngliche Moves beibehalten hat. Gepaart mit solider technischer Umsetzung, macht Tekken bei einem Bier mit Freunden auch in der Gegenwart noch immer Spaß.

Größte Enttäuschung – EA Sports NHL 18

Dass Electronic Arts im vergangenen Jahr nicht unbedingt die besten Entscheidungen getroffen hat, ist ein offenes Geheimnis. Stichwort „Lootgate“, das Kollege Eichhorn weiter oben bereits angesprochen hat. Als leidenschaftlicher Hockeyfan und NHL-Konsolenspieler seit vielen Jahren hat sich EA aber mit der aktuellen Ausgabe des NHL-Spieles bei mir sehr viel Kredit verspielt. Die Politik der vergangen Jahre wurde konsequent fortgesetzt: Lootgate hat auch hier Einzug gehalten. Dass die „Verbesserungen“, so es denn welche sind, immer kleiner ausfallen, damit hat man sich auch schon abgefunden. Dass die Umsetzung aber immer liebloser wird, ist zumindest für mich offensichtlich. Was dadurch fehlt: die Langzeitmotivation. Klar ist „Be a GM“ noch immer lustig, klar ist „Hockey Ultimate Team“ noch immer der beliebteste Modus, aber, sorry: ein bisserl mehr hätte es schon sein dürfen. Kleine Entschädigung: auch die österreichische Erste Bank Eishockey Liga ist erstmals dabei. Und wenns heuer wieder nicht klappen sollte: zumindest da kann man mit den Black Wings Linz wieder mal Meister werden!

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