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Twenty One Pilots – We believe the Hype

Das Alternative-Rock Phänomen aus Amerika ist zurück und das mit einem neuen, mitreißenden Album im Gepäck. Schon Monate zuvor war die Wiener Stadthalle ausverkauft, am Sonntag den 17. Februar hatte das Warten schließlich ein Ende. Und Twenty One Pilots liefern ab, was sie versprechen: eine imposante Bühnenshow, die keinen Zweifel an dem Duo hinterlässt.

Wenn vor der Wiener Stadthalle eine Schlange an Jugendlichen den gesamten Märzpark samt danebenliegender Straße blockiert, denkt man zuerst an Pop-Acts wie Justin Bieber. Doch dem können die beiden Musiker von Twenty One Pilots fantechnisch schon lange das Wasser reichen. Während sich Anhänger der Band vor 2 Jahren in rot-schwarze Outfits gewandet haben, ist das Publikum der Stadthalle an diesem Sonntag ganz in khaki und gelb unterwegs, passend zum Design des im Oktober erschienenen Albums „Trench“.

Beim fünften Studioalbum von Twenty One Pilots handelt es sich wie bereits bei seinem Vorgänger um ein Konzeptalbum. Diesmal hat Songwriter Tyler Joseph gleich eine gesamte fiktive Welt erschaffen, in der es ziemlich düster zugeht. Den Amerikanern eilt der Ruf als großartige Liveband voraus, nicht zuletzt aufgrund ihrer großzügig gestalteten Bühnenshow. Die beiden lassen nichts anbrennen – außer vielleicht ihre Hebebühne, die lodert nämlich schon im Hintergrund, während Sänger Tyler Joseph unermüdlich wie ein Duracell-Hase von einer Ecke in die andere sprintet. Hier werden alle Register gezogen: Feuer, eine Lasershow und der obligatorische Konfettiregen, der auch bei ihrer letzten Tour schon den Abschluss der Show bildete. Hinter der gesamten Bühne erstreckt sich außerdem eine Videowall, auf der beeindruckende Visuals der Show auch optisch Leben einhauchen.

Die Setlist birgt wenig Überraschungen, doch was gut ist, soll man nicht ändern, heißt es ja. Auf neue Songs wie „Chlorine“ und „My Blood“ folgen Hits wie „Stressed Out“ und „Ride“, die das 2-Mann-Projekt vor gut vier Jahren in Richtung Weltruhm katapultiert haben.

Unbeeindruckt von der Größe und dem berüchtigten Enthusiasmus der Twenty One Pilots-Fanbase geben sich die beiden Musiker volksnah: Drummer Josh Dun trommelt mitten in der Menge auf einem Podest weiter, Tyler Joseph verschwindet mitunter von der Bühne, nur um Sekunden später am anderen Ende der Halle wieder aufzutauchen, ähnlich wie bei einer Zaubershow werden diese Tricks natürlich nicht verraten. Wer also glaubt, dass nur jene in den ersten Reihen etwas für ihr Geld bekommen haben, hat sich hier gewaltig getäuscht.

An diesem Abend wird nichts dem Zufall überlassen, jedoch wirkt auch nichts davon choreographiert oder einstudiert. Obwohl sich Konzertaufnahmen von verschiedenen Abenden wie ein Ei dem anderen gleichen, Twenty One Pilots schaffen es aufs Neue, ihr Publikum mit dem Gefühl zurückzulassen, Zeugen von etwas Einzigartigem geworden zu sein.

Nur eine Zugabe darf man sich hier nicht erwarten. Mit „Trees“ verschwinden die beiden schließlich hinter der Bühne, mit einem Versprechen für das Fm4 Frequency auf den Lippen, versteht sich.

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studiert Soziologie und Psychotherapie / hin-und hergerissen zwischen Oberösterreich und Wien

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