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Fourtwenty Fest: frohe Ostern!

Nicht unbedingt besinnlich und schon gar nicht leise konnte man den vergangenen Samstagabend in Linz auch verbringen. Laessig Booking und die Linzer Stadtwerkstatt luden zum ersten Fourtwenty Fest in die unheiligen Hallen. Zwei lokale und zwei nicht so lokale Bands stellten den geneigten Hörer lauterer Musik aber mehr als zufrieden. 

Den Anfang bei Prachtwetter durften um knapp halb neun am Abend (!) Lokalmatadore geben. Jetzt sind wir ja nicht ganz unvoreingenommen, was Sunstain betrifft, ist doch unser Redakteur und „sexy Radiostimme“ seit Kurzem auch als Leadsänger in der Vierercombo aktiv. Pünktlich zu Neujahr hat das Quartett ihre EP „Thrill And Fever“ veröffentlicht, um mit neuem Material neu durchzustarten. Durfte man zu Beginn noch die Angst haben, dass viele der Besucher den lauschigen Gastgarten dem stickigen Konzertsaal vorziehen mögen, wurde man im Laufe der folgenden Dreiviertelstunde eines Besseren belehrt. Nach und nach füllte sich der Konzertsaal – und so einige bekannte Gesichter konnte man darin wiedererkennen. Stilistisch bieten Sunstain einen Mix aus Hard- und Bluesrock, gehen angenem in die rockverwöhnten Gehörgänge und sorgten deswegen für einen gelungenen Auftakt in einen launigen Konzertabend.

Danach mussten Fuchsia leider ein Schicksal teilen, das viele tun – nach einer Local Band, die einiges an Leuten mitzogen, vor einem im Verhältnis dann doch schlechter gefüllten Saal spielen zu müssen. Female Fronted, Female Drummed – und im vergleich zum Vorgänger doch einiges mehr in den Grunge abdriftend legen sie ihre Musik an. Durchaus gefällig, bitte nicht falsch verstehen – einige der Besucher hatten sich dann aber doch wieder in Richtung Gastgarten begeben, um dem Hopfenblütenteeverlangen Genüge zu tun. Schade eigentlich – denn entdeckenswert ist der Wiener Vierer allemal!

Gäste aus Berlin durften Slot #3 bespielen. Voodoo Beach hießen die, und hatten sichtbar vor allem eines im Gepäck: Spaß auf der Bühne. Punkiger, Psychedelic- Elemente, dazu Berliner Humor – eigentlich gibt es keinen Grund, sie nicht sofort ins musikalische Herz zu schließen. Eine ideale Möglichkeit, um seinen musikalischen Ozean (pun intended!) zu bereichern, und eine Band, die man spätestens nach ihrem Gig zu verfolgen beginnt.

Das Sandwich aus lokalen und nicht-so-lokalen Acts durften danach Swanmay schließen. In Linz bekannt wie eh und je, standen sie zu späterer Stunde wie immer für eine Liveshow, die sich gewaschen hat. Der Dreier aus der Stahlstadt bot gewohnt eine Mixtur aus Stoner, Doom und Rock, die sich gewaschen hat. „Stoner Circus“ ist hier mehr als nur Programm – man freut sich bereits auf die nächsten Outputs! Ein schweißtreibender Abend, der den Karsamstag zu einem durchaus besonderen Tag gemacht hat. Schreit eigentlich nach einer Wiederholung, oder?

Foto: Christoph Thorwartl, Andreas Wörister

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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