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Element of Crime: warum ist ihr Kind so dumm wie klein?

Auf ihrer Tour “Schafe, Monster und Mäuse”, benannt nach dem gleichnamigen letztjährig erschienen Album, machte die deutsche Rockband Element of Crime einen Stop in Linz und füllte am Donnerstag den Posthof.

Sven Regener kündigte persönlich den Support “The Big Howard” an, was ich für eine sehr noble Geste halte. “The Big Howard” ist das neueste Musikprojekt des Tiroler Songwriters Florian Horwath, der bereits 2010 für den FM4-Award nominiert wurde. Sein Markenzeichen ist sein Hut, den er zu Beginn des Konzertes der Menge gab und darum bat, denselben ihm vor dem letzten Lied wieder zurück zu bekommen. Was sich nach dem knapp halbstündigen Auftritt entnehmen ließ war, dass ihm das Songtexte schreiben selbst definitiv besser liegt als das Singen. 

Die Band Element Of Crime wurde 1985 benannt nach einem damals im Kino laufenden Film durch den gebürtigen Bremer Sven Regener in Berlin gegründet. Nachdem man in den ersten Jahren noch englischsprachige Texte sang, veränderte sich das in den Neunzigern hin zu dem, wie man sie heute kennt. Mit ihrem neuesten und mittlerweile bereits 14. Album “Schafe, Monster und Mäuse” haben sie sich selbst übertroffen – dieses bestimmt auch von Anfang an die Setlist, die mit “Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang”, dem gleichnamigen Albumtitel und “Ein Brot und eine Tüte” begann. 

Die kratzige Stimme Regeners mit den verträumten, oft humoristischen Texten, bei denen es sich nicht selten um Liebeskummer und Alkoholismus handelt, sind die Besonderheit der Band, die nicht umsonst auch noch über dreißig Jahre nach ihrer Gründung für einen ausverkauften Posthof sorgen kann. “Warum ist ihr Kind so dumm wie klein?” oder “Ich wär gern ein Gummibär, da gibt die Gelben und die Roten, das sind alles Vollidioten” sind da nur zwei Beispiele dafür. Zwischen den Liedern sprach Regener nur wenig – was man vom Publikum während des Konzertes dann nicht behaupten konnte. Nach eineinhalb Stunden endete das Konzert ohne lästiger Zugabenaufschieberei mit Tracks wie “Die Party am Schlesischen Tor”, am “Ende denk ich immer nur an dich”, “Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin” und ihrem bekanntesten Song über die niedersächsische Kleinstadt “Delmenhorst” – nur um danach doch noch nicht von der Bühne zu verschwinden.

Auch wenn ein älteres, manchmal etwas zu energisch parfümiertes Publikum in einem überfüllten Posthof zu einer Herausforderung für den Geruchssinn werden kann, war es alles in allem ein gelungener Abend mit einem mehr als gelungenen Auftritt.

Fotos: Christoph Thorwartl

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Chemiewerker in der Stoistodt. Gesellschaft, Musik und Fußball

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