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Roadtrip to a cosmic desert: CariCari im Wiener Konzerthaus

Zwei restlos ausverkaufte Shows im Wiener Konzerthaus sprechen für sich – CariCari brachten das Fundament des ur-alten Kunsthauses zum Beben! Donnernde Didgeridooklänge und harte Vintage Rock-Riffe schafften es das Publikum von Anfang an um den Finger zu wickeln und ihren musikalischen Würgegriff auch später nicht locker zu lassen. Untermalt wurde diese förmliche Zeremonie durch Nebelschwaden, die in atmosphärisch abgestimmtes Licht getaucht waren.

Habe ich eine Show wie diese von CariCari erwartet? Jein. Spätestens seit ihrem Gig am diesjährigen Nova Rock (Sonntag – Stagetime um die Mittagszeit) lässt mich diese Band nicht mehr los. Einem von Hardrock geprägten Publikum in der prallen Mittagssonne dermaßen einheizen zu können, bedarf einer Menge Geschick. Genau das bewiesen CariCari abermals bei ihrem Tour-Finale im Wiener Konzerthaus. Nicht nur förmlich gesprochen, sondern auch wortwörtlich, wurde der Boden der Veranstaltungslocation in ein Beben versetzt. Das Gesamtpaket CariCari zeigt, was auch als junge Band in den „neuen 10er Jahren“ noch möglich ist. Grenz geniale Outfits, die jeden Spacecowboy vor Neid erblassen lassen würden, treffen hauchzarte Stimmen, die durch eine simple, aber keineswegs minimalistische, Bühnenperformance noch stärker in Szene versetzt werden.

Auch ohne die einstudierten pyrotechnischen Inszenierungen (leider lies sich an den Brandschutzbestimmungen des Konzerthauses nicht rütteln..) schafften es CariCari sich von der restlichen Musiklandschaft abzukuppeln. Alleine die Atmosphäre, die durch ihre ausgefallenen und in der Mainstreammusikebene unüblichen Instrumente, wie das Didgeridoo oder eine Maultrommel geschaffen wird, lässt sich schwer beschreiben. Vor allem die gewaltige Bandbreite, die Stephanie Widmers Sprachbänder kreiert, schafft ein einzigartiges Stimmungsbild. Pfiffe und andere abstrakte Klänge inklusive!

Die Show begann mit einem Knall und löste durch ihre von Power nur so triefenden Songs eine regelrechte Tanzlawine aus. Aber auch ein ruhigerer Teil, mit Sternenhimmel forciert und durch eine einfache Kerze untermalt, lies das unterbewusste auf eine Reise gehen und entspannte von den alltäglichen Sorgen. Bob Dylan ist bestimmt auf das überaus gelungene Cover von „Don’t Think Twice It’s All Right“ stolz. Schade nur, dass auch die schönsten Momente einmal enden. Die Menge wie Moses teilen oder einen (kleinen) Moshpit auslösen – das habe ich mir von CariCari nicht erwartet und die Gemäuer des Wiener Konzerthauses bestimmt auch nicht.

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Musiknerd, Radioenthusiast und Tree-hugger

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