Das war das 25. FM4-Geburtstagsfest!

Nobody likes you when you‘re 23 – Gott sei Dank ist FM4 aus diesem Alter heraus. Mit einem Vierteljahrhundert strahlt der coolste Radiosender Österreichs heller als je zuvor. Das muss natürlich gehörig in der Ottakringer Brauerei gefeiert werden. Musik-Sternchen wie My Ugly Clementine, Mavi Phoenix, Lola Marsh und viele mehr heizten den Festbesucher*innen am vergangnen Samstagabend ordentlich ein.

Auf viele Dinge kann man sich in der heutigen Zeit nicht verlassen. Die U-Bahn kommt zu spät, Freunde vergessen auf deinen Geburtstag – doch wie in einem Naturgesetz verankert, fiel auch am Tag des heurigen FM4-Geburtstagsfest Schnee in der Bundeshauptstadt. Den eisigen Temperaturen trotzte ein wahrlich motiviertes Festpublikum – die Hallen der Ottakringer Brauerei waren erneut ausverkauft!

Im Wohnzimmer entzündeten Strandhase das Feuer, das noch viele weitere Stunden loderte. In traditioneller Rockmanier veranschaulichten die Wiener Jungs, was Indie-Rock kann. Durch Inspirationen aus den verschiedensten Musikgenres entstand eine einmalige Mischung, die sichtlich an Zustimmung aus dem Publikum gewann. Die Bühnentauglichkeit der Band Strandhase stellt nach ihrer Performance niemand mehr in Frage.

Eine starke feministische Ader in tanztaugliche Songs zu verpacken, mag einfacher scheinen als es ist – diese Kunst beherrschen My Ugly Clementine hervorragend. Die Band, die sich aus Mitgliedern von musikalischen Leuchttürmen der österreichischen Musikszene wie Leyya, Kerosin95 oder 5KHD zusammensetzt, besteht erst seit kurzer Zeit. Dennoch konnten sie für ihr erstes Wien-Konzert innerhalb von 24 Stunden (!) ein ausverkauftes Kartenkontingent vorweisen. Und das nicht ohne Grund – live lieferten die Girls so richtig ab. Die Leidenschaft und Freude, die die Band beim Musizieren verspürt, lässt sich aus ihren strahlenden Gesichtern ablesen. My Ugly Clementine versprühte ihre Aura – das Publikum strahlte zurück. Textsicher präsentierte sich die Crowd, die unter anderem bei dem Hit „Playground“ die Band fast übertonte. Auch noch-nicht-gehörte Nummern konnten den Festgästen ordentlich einheizen.

Neben dem Wohnzimmer gab es in alter Manier noch zwei weitere Stages – der Keller und das Badezimmer. Schon beim ersten Blick auf das Programm, fiel die Auswahl der Acts, die man dann auch wirklich sehen möchte, irrsinnig schwer. Gut, dass sich die Programme der einzelnen Bühnen nach einem ungefähren Genre -Muster richteten.

Weiter ging es dann im Wohnzimmer mit Mavi Phoenix, der mit einigen neuen Songs sein heißerwartetes Album „Boys Toys“ teaserte. Dieses steht ganz im Zeichen der Selbstfindung und thematisiert Mavis Transgender-Outing. Trotz starkem Inhalt bleibt sein Wiedererkennungswert bestehen. Ab der ersten Minute hatte Mavi die Crowd unter Kontrolle, die abfeierte, als ob es kein morgen gäbe. FM4-Hörer*innen konnten mit Mavis Setlist mehr als glücklich sein und erkannten viele Songs aus dem täglichen Programm wieder. Was mich immer noch erstaunt: Mavi Phoenix schafft es Fans aus den diversesten Musikgenres zu gewinnen. Die Power, die er auf der Bühne ausstrahlt, steckt einfach an. Man konnte kein grimmiges Gesicht im Publikum entdecken. So und nicht anders gehört ein 25er gefeiert!

Meine persönliche Premiere am 25. Geburtstagsfest: zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Die einzigartige Location in Wiens „Brauerei der Herzen“ mag der einen oder anderen Person wie ein Labyrinth vorkommen. Ein Labyrinth mit strengen Publikumskapazitäten.

Das Feuerwerk des Abends, mit sanftem Indie-Sound untermalt, war glasklar Lola Marsh. Hits wie „Only For A Moment“ oder „Echoes“ kreierten durch die imposante Kulisse der Brauerei eine Stimmung, die jegliche Probleme des Alltags ins Vergessen verlagerte. Sanfte Riffs und atmosphärischer Gesang entspannten das Publikum nach der heißen Show von Mavi Phoenix. Absolut das Richtige, um wieder etwas auf den Boden zu kommen und gemütlich ein hauseigenes Bier zu trinken. Im Anschluss an Lola Marsh konnten die Besucher*innen zu Sender-eigenen DJs  bis in die frühen Morgenstunden abfeiern. FM4, wir danken dir! Auch die nächsten 25 Jahre bist du unser Home, baby!

Fotos: Christoph Thorwartl

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Musik, Radio, Journalismus & schlechte Schmähs

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