Gibt Acht, ein Kind!

Gibt Acht, ein Kind!

Die Werbung liebt Kinder und Tiere. Das machen sich auch viele Marketingfirmen zunutze. Doch so manches Mal geht das so richtig nach hinten los.

Süße Babies, lachende Kinder, flauschige Hündchen: das Kindchenschema taucht sehr häufig in der Werbung auf. Bei den Rezipienten soll so ein Fürsorgeverhalten und ein Beschützerinstinkt ausgelöst werden. Für informierende Werbung nur selten benutzt, wird es doch oft für überzeugende bzw. erinnernde Werbung eingesetzt. Zwar eine sehr billige und manchmal sehr fragwürdige Möglichkeit, für etwas zu werben. Aber selten hat es mich so sehr gestört wie bei der aktuellen Werbung der Allianz Lebensversicherung.

Bisher habe ich all das zwar nur im Radio gehört, doch genau da entfaltet es eh noch viel mehr seine Wirkung: man spricht davon, wie es wäre, wenn das Kind verunglücken könnte. Was wäre wenn. Das sind Ängste, die Eltern in Wahrheit normalerweise zu verdrängen versuchen. Die Allianz Lebensversicherung will aber viel eher davon profitieren. Und das ist wirklich, wirklich abstoßend.

Es wundert mich, dass bisher erst eine Beschwerde beim Österreichischen Werberat eingelangt ist und diese auch umgehend wieder abgelehnt wurde. Ich persönlich macht diese Werbung betroffen, ich möchte nicht in der in der Werbung beschriebenen Position sein, und das ist vielleicht auch das Problem: diese Werbung funktioniert. So funktioniert nur zu gut, weil sie Menschen genau da angegriffen werden, wo es besonders weh tut.

Also, liebe Allianz Lebensversicherung. Sollte ich einmal wirklich mit diesen Ängsten konfrontiert sein, werde ich mich mit Sicherheit an diese Werbung erinnern. Und wenn überhaupt, definitiv nicht zur Allianz Versicherung gehen. Aber möglicherweise ist das ja jetzt schon Standard: eine weitere Werbeaktion aus dem Frühjahr hat damals ja auch schon für Aufsehen gesorgt.

Kurz zur Erklärung: In “subliminal” mache ich mir jeden zweiten Mittwoch Gedanken zur Werbung. Möchte grandiose und negative Beispiele aufzeigen, Mythen aufdecken und Botschaften entschlüsseln.

Bildquelle: http://www.verkehrssicherheitsforum.at/

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geschrieben von

29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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