Catastrophe & Cure – Heimspiel im Linzer Posthof

Catastrophe & Cure – Heimspiel im Linzer Posthof

Eine ungewöhnliche Kombination von Musikrichtungen traf man am Samstabend im Linzer Posthof an. Grund dafür waren „Catastrophe & Cure“, welche musikalisch von „Darkness Falls“ und „The Elwins“ als Supportacts unterstützt wurden.

Sobald man den mittlerern Saal betrat, zog sofort das dänische Trio „Darkness Falls“ die Blicke auf sich. Unter ihrem Bandnamen stellt man sich eher eine Gruppe von Metalheads vor, jedoch erwarteten einen durch Glitteroutfits und eine mystische Lightshow unterstrichene psychedelische Elektro-Pop Beats. Die beiden Musikerinnen, Josephine und Ina aus Kopenhagen, sind trotz ihrem von Anders Trentemøller produzierten Hit „Hey!“ in Österreich noch nicht sehr bekannt, was man zu ihrem Leidwesen an der geringen Anzahl an Zuschauern erkennen konnte. Als unbekannte Band in Österreich das Publikum zu begeistern, ist leider alles andere als einfach, jedoch gaben sie ihr Bestes und brachten so zumindest ein paar Konzertbesucher zum Tanzen.

„Wie geht es euch?“ – das war der Satz, mit welchem „The Elwins“ aus Kanada die Bühne betraten um gleich darauf mit vollem Elan und ihren Indie-Pop Beats das Publikum zum Tanzen zu bringen. Die selbsternannten „Shirt-Bros“, Feurd (Gitarre, Keys) und Frankie (Bass) performten beide in wundervollen Blumenhemden, wie sie nicht jeder tragen kann. Einen starken Wiedererkennungswert hatte besonders Feurd mit seinem perfekt geformten, an den Enden eingedrehten Schnauzer sowie seiner runden Hornbrille. Das Aussehen des Drummers Travis blieb für viele bis zum Ende der Show ein Rätsel, da er zur Gänze in den Nebelschwaden im Hintergrund verschwand.

Spätestens bei dem Song „Show Me How To Move“ konnte niemand mehr zumindest ein Wippen mit dem Kopf zum Takt unterdrücken. Ganz besonders fielen zwei begeisterte Tänzer in der ersten Reihe auf, welche die ganze Show lang mit ihrer ausgefallenen Performance für gute Laune sorgten und es sogar schafften dadurch die Blicke der „Elwins“ auf sich ziehen. Für den Song „Bringing Out The Shoulders“ tauschten Matthew (Gitarrist, Sänger) und Frankie die Instrumente und der eigentliche Bassist nahm die Rolle des Frontmans ein.

Zehn, Neun, Acht, Sieben, Sechs, Fünf, Vier, Drei, Zwei, Eins – ein weiteres Mal begeisterten sie mit ihren Deutschkenntnissen, als sie gemeinsam mit dem Publikum zu einer ungewöhnlichen Coverversion von Beyoncé’s Song „Countdown“ von 10 herunterzählten. Gegen Ende der Show tanzte auf einmal Feurd, aka der Schnauzer-Dude, mit einem Schellenkranz durch das Publikum. Über „The Elwins“ könnte man alleine anhand dieses einen Abends noch so viel schreiben, jedoch wäre der Artikel dann viel zu lang.

Nach einer kurzen Umbaupause fand der Wechsel zu eher ruhigerem Indie/Alternative-Pop statt und die sechs Mitglieder von „Catastrophe & Cure“ aus Steyr ließen sich auf der Bühne blicken um dem Linzer Publikum ihr pressfrisches zweites Album mit dem Titel „Undeniable/Irresistible“ zu präsentieren. Der Keyboarder Max überraschte hierbei mit frisch gefärbter, platinblonder Haarpracht. Mit einer Vielzahl an mitgebrachten Instrumenten wurde eine gute Mischung aus alten und neuen Songs performt. Durch allein schon sieben Gitarren fand ein reger Instrumentenwechsel auf der Bühne statt. Bei dem Song „Like Crazy Doves“ erleuchteten die Glühbirnen, welche zur Deko auf der Bühne platziert waren, zum ersten Mal an diesem Abend und verzauberten in Kombination mit dem Auftritt von „Catastrophe & Cure“ die Besucher des Konzerts. Zwischen den Songs nippte Sänger Johannes immer wieder an seinem Rotweinglas und wirkte erfreut über das aufmerksame Publikum, da es ungewöhnlich leise im Raum war.

Am Ende gab es dann endlich die vom Nachmittag versprochene Zugabe, welche sie bei ihrem Ausflug in die Linzer Altstadt, wo sie anlässlich des Record Store Days in dem Plattenladen „Records & More“ akustisch performten, ankündigten.

Alles in Allem war es trotz der ungewöhnlichen, wenn nicht sogar fast unpassenden Kombination der drei Bands ein sehr gelungener Konzertabend, welcher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Fotos: Benedikt Reiter

Artikel teilen
geschrieben von

mediendesignerin // leidenschaftliche hobbyfotografin // konzerte&festivals // vinylliebhaberin // serienjunkie

Kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen