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DARREN EEDENS & TOM STRASSER: Gitarrenkünste / The Loft Wien

DARREN EEDENS & TOM STRASSER: Gitarrenkünste / The Loft Wien

Im lauschigen Ambiente des Loft am Wiener Gürtel zeigten DARREN EEDENS und TOM STRASSER jeweils ihr Können an den jeweiligen Instrumenten. Bei Kerzenschein wurden Gitarren geschlagen, Saiten gezupft und Bierflaschen zweckentfremdet.

Wer TOM STRASSER noch nicht kennt, sollte unbedingt den YouTube-Channel des ursprünglichen Linzer aufsuchen und besonders bei den Liveversionen seiner Songs („One of These Days“!) den Replay-Button vergewaltigen. Was TOM aufführt nennt man nämlich Percussive Fingerstyle Guitar und kombiniert Cajóntrommelei mit beidhändigem Tapping. Das sieht dann im Endeffekt nicht nur genial aus, sondern erzeugt ungekannte Klangwelten bei denen sich TOM STRASSER irgendwo zwischen klassischem, sozialkritischen Singer/Songwriter Folk, Country und gestandenem Hard Rock. Gewürzt wurde der Auftritt noch von TOMs trockenem Witz und der ein oder anderen Anekdote über Kaffeekonsum, Schlafentzug und den frischen Nachwuchs.

In Linz sieht man den Wahlwiener übrigens am 24.4. in der Alten Welt. Von unserer Seite gibt’s definitiv eine Hingehempfehlung!

TOM STRASSER @ The Loft

Danach durfte bereits DARREN EEDENS mit seinem Banjo und reichlich Bartwichse die atmosphärische Bühne entern. Während im Hintergrund der Gürtelverkehr tobte und die U6 über die Stadtbahnbögen ratterte, erzählte der Kanadier in gewohnt-charmanter Manier von gebrochenen Herzen, bitterer Armut und Wäscheleinen. Der folkige Bluegrass liegt dem Kanadier sichtlich im Blut, was nicht nur an seiner frenetischen Spielweise, der als Slide Neck missbrauchten Bierflasche und seinem trommelfellzerschmetternden Gesang merkt, sondern auch an der Geschichte hinter seinem Banjo. Mit fließenden Wechseln zwischen Akustikgitarre und Banjo schaltete DARREN auch gekonnt zwischen Witz, Selbstironie und etwas Traurigkeit hin und her.

DARREN EEDENS @ The Loft

Für hochgezogene Mundwinkel sorgten auch die scheinbar immer länger werdenden Songtitel. „You Have To Have A Nightmare Before You Can Have A Dream“ oder die Trennungshymne „You’re A Dirty Little Picker And You’re So Fucking Poor“ dürften in dieser Disziplin jedoch die Krone locker an sich reißen.

Für die derzeitige Tour ließ sich der Kanadier ein kleines Schmankerl für Pop-Bluegrass-Fans einfallen. „Man of Constant Sorrow“, der amerikanische Folksong von Dick Burnett, der 2000 dank George Clooneys Film „O Brother, Where Art Thou?“ berühmt geworden ist, wurde als spezielles Cover mit einer eigenen, „creepy“ Note versehen – da freut sich das Fanherz!

Wer sich noch von DARREN EEDENS Livequalitäten überzeugen will, kann heute noch schnell zur Tankstelle Bregenz schauen oder muss bis zur nächsten Tour mit zB der unglaublichen Liveversion vonDarlin‘ begnügen. Danach ist der Herr nämlich nur noch kurz in Deutschland unterwegs, bevor es zurück in die neue Wahlheimat Britannien geht.

Fotos: © Markus Wetzlmayr

 

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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