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Brassed off: „Wenn es keine Hoffnung mehr gibt, bleiben nur noch die Prinzipien“

Brassed off: „Wenn es keine Hoffnung mehr gibt, bleiben nur noch die Prinzipien“

Arbeitslosigkeit ist nicht erst seit 2015 Thema in der Kunst (Filme: „Modern Times“ (Chaplin),„Mad City“; Buch „Schule der Arbeitslosen“; Theaterstück „Guten Morgen Marienthal“,…). „Brassed off“, auf Deutsch „die Schnauze voll haben“, ist aber keine nüchterne Beschreibung der Situation. Die Koproduktion des theater@work und der Arbeiterkammer setzt auf schlagfertigen Humor und Motivation durch die Gemeinschaft. Verknüpft durch das Ensemble des oö. Blasmusikverbandes.

„Brassed off“, eine Sozialkomödie, basiert auf dem gleichnamigen Film Mark Hermans (1997). Die Kohlenzeche in Grimley (Großbritannien) soll geschlossen werden. Dies bedeutet für die Mitarbeitenden nicht nur einen Verlust des Einkommens, sondern auch einen Rückgang des sozialen Lebens. Sie geraten in Konflikt mit ihren Familien und verlieren das Interesse an der Gruben-Brassband. Leiter Danny (Günther Rainer) möchte allerdings die Jahresendausscheidung der besten Blaskapellen Englands erreichen. Kein leichtes Vorhaben mit wenig selbstbewussten Bandmitgliedern. Als sich mit Gloria (Lisa Schrammel) das erste weibliche Mitglied bewirbt, sieht Danny eine Chance darin, sich mit den Ehefrauen (Ingrid Höller, Simone Neumayr, Birgit Schwamberger-Kunst) seiner Kumpel zusammenzuschließen. Gelingt es ihnen, Hoffnung zu wecken und der Furcht vor dem sozialen Abstieg entgegenzutreten?

„Wenn es keine Hoffnung mehr gibt, bleiben nur noch die Prinzipien“, so der Beginn der Beschreibung des Stückes unter der Leitung Heidelinde Leutgöbs (Regie) und Alfred Rauchs (organisatorische Leitung, Geschäftsführung. Hintergründe zu „Brassed off“ seien die Reduktion englischer Zechen, Arbeitslosigkeit und ihre möglichen Folgen wie Existenzängste und der Verlust des Selbstwertes. Dabei habe man das Stück nicht an die Arbeitssituation hierzulande angepasst, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Lebenssituation seien überall von Bedeutung.

Zentrales Element in „Brassed off“ ist die Musik, sie verbindet Gemeinschaft und Motivation. Nummern wie die Ouvertüre der Oper „Wilhelm Tell“ und das Volkslied „A Londonderry Air“ werden live gespielt. Ein 13-köpfiges Ensemble des oberösterreichischen Blasmusikverbandes (Leitung: Karl Aichhorn) tritt gemeinsam mit den Schauspielenden im Erdgeschoss der Arbeiterkammer auf. Das Publikum bewegt sich bei Wechseln im Raum mit.

theater@work widmet sich seit 2005 Theaterproduktionen, welche an ungewohnten Aufführungsorten zu sehen sind. Nach „Der Vorname“ in der OÖ. Landesbibliothek folgt mit „Brassed off“ die bisher größte und aufwändigste Produktion. Eine Regiearbeit Leutgöbs (gemeinsam mit Rauch Gewinnerin des Bühnenkunstpreises des Land OÖ. 2002 für die Arbeit bei der Grenzlandbühne Leopoldschlag) mit Daniel Feik, Ingrid Höller, Peter Andreas Landerl, Christian Lemperle, Sabine Lindner, Simone Neumayr, Günther Rainer, Alfred Rauch, Lisa Schrammel, Birgit Schwamberger-Kunst und Julia Windischbauer (Schauspielende des Landestheaters, des Theater des Kindes und Theater Phönix).

Titelbild: theater@work/ Reinhard Winkler

„ Brassed off“
Arbeiterkammer Linz, Volksgartenstraße 40
15.7.-2.8.2015, ab dem 22.7. jeweils Mittwoch-Sonntag, 20 Uhr
Preise: zwischen €12 (Jugendliche bis 18 Jahre) und € 24 (ohne Ermäßigung)
Kartenreservierung telefonisch (050-6906-7000) oder online unter: http://www.theateratwork.at/?page_id=158

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Katharina ist Soziologin und Sozialforscherin (P und P Sozialforschung). Darüber hinaus ist sie regelmäßig journalistisch tätig, z.B. in Form von Praktika (Radio Oberösterreich, Neues Volksblatt,...) und derzeit als Redakteurin für FROzine, das Infomagazin von Radio FRO. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

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