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Element of Crime: Lieblingsfarben und Lieblingslieder!

Element of Crime: Lieblingsfarben und Lieblingslieder!

„Element of Crime ist eine deutsche Band, die melancholisch-chansoneske Pop- und Rockmusik spielt.“ Das ist die erste Zeile auf Wikipedia, wenn man nach Element of Crime sucht. Man könnte aber auch schreiben: Element of Crime ist das Beste, was man in diesem Bereich im deutschsprachigen Markt finden wird. Auch 30 Jahre nach Bandgründung sind Sven Regener & Co dort, wo andere wohl gerne wären, aber nie hinkommen werden.

Support an diesem Abend gabs natürlich auch wieder: Apples in Space heißen die, kommen aus Berlin, und waren gestern nicht als Full-Band-Projekt, wie sonst üblich, unterwegs, sondern als Folk-Pop-Duo. Introduced by Sven Regener persönlich. Ja, auch so kann man Sympathien sammeln. Es scheint zumindest so, als wäre der Support hier nicht wurscht, wie sonst so oft üblich. Die Nervosität – oder nennen wir es mal „Authentizität“ – kam dann beim Gig selbst sehr gut rüber. Dankesreden, ein Country-Song (der dann halt doch nicht so reinpasst), und ein richtig, richtig gutes Gesangs-Duett – gerne wieder!

Was danach, ohne so richtige Umbaupause (warum eigentlich auch, wenn man eh schon alles auf der Bühne stehen hat) folgte, waren gute zwei Stunden Unterhaltung der Extraklasse. Man würde es nicht glauben, wenn man den Typen im schlecht sitzenden Anzug mit dem Blümchenhemd darunter nicht kennen würde. 30 Jahre nach Bandgründung sind Element of Crime nun auf „Lieblingsfarben und Tiere“-Tour unterwegs. Und eines ist gewiss: keiner singt so gut über die Liebe, wie Element of Crime es tun. Egal jetzt, ob man sich „vor sich selber retten“ muss, „dunkle Wolken“ aufziehen, oder man auf „einen Hotdog unten am Hafen“ geht. Egal, ob man „Am Ende immer nur an dich“ denkt, oder ob man, dann zu etwas späterer Stunde, einen Abstecher ins geliebte „Delmenhorst“ wagt. Dass das Publikum dann „Der Mann vom Gericht“ nicht als das erste deutschsprachige Lied der Combo erkannte, sei verziehen. Es waren halt auch einige drunter, die, als das Lied geschrieben wurde, noch gar nicht geplant, geschweige denn geboren waren.

Und ja, zum Ende des regulären Sets – das danach durch so einige Zugaben ergänzt wurde – wurde auch das Titellied „Lieblingsfarben und Tiere“ gespielt. Sozusagen, um einen Kreis zu schließen. Einen Kreis, den die Band aus Berlin hoffentlich noch lange nicht schließt. Oder, um es mit einem ihrer Lieder auszudrücken: „Immer da wo du bist, bin ich nie!“ – umgedichtet könnte man hier getrost sagen: „Überall, wo ihr seid, will ich auch sein!“. Definitiv eines DER Highlights des Konzertjahres 2015 – dieses Konzert hat garantiert niemand nicht gut gefunden.

Foto: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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