Ostersonntag in Linz – Zeit um ein paar idyllische Stunden im Kreis der Familie zu verbringen? Aber nicht doch! Die australischen Metalcore-Surferboys Parkway Drive waren nämlich in der Stadt und veranstalteten im ausverkaufen, großen Posthofsaal einen Totalabriss, der sich so richtig gewaschen hatte. Für hochkarätigen Support war mit Stick To Your Guns und Darkest Hour ebenfalls gesorgt.

Was soll man sagen? Linz war in den letzten Jahren mit Konzerten derart großer Metalacts nicht gerade verwöhnt. Angesichts der Tatsache, dass derartige Konzerte in den letzten Monaten vom Publikum überragend gut angenommen wurden, dürfte diese Durststrecke nun hoffentlich der Vergangenheit angehören. Am Ostersonntag standen mit Parkway Drive wieder einmal richtige Kapazunder auf der Bühne und sorgten für einen restlos ausverkauftes Konzert der Superlative. Dieses eröffneten um 20 Uhr Darkest Hour aus Washington DC. Die Band ist seit über 20 Jahren im Geschäft und fügte sich pflichtbewusst ihrer Rolle als Opener – und da kann man sich in diesem Genre kaum etwas Besseres vorstellen. Mit ihrer Mischung aus Metalcore, Thrash- und Melodic Death Metal und der Energie einer Abrissbirne enterten sie die Bühne und zeichneten sich an diesem Abend als ideale Anheizer aus. Einzig der Sound lies zu Beginn noch etwas zu wünschen übrig. So waren die Drums viel zu laut und verschluckten zum Teil den Gesang und die Gitarren. Ansonsten ein sehr routinierter und stimmiger Auftritt der „Metalcore-Veteranen“.

Bärtig und idealer Support: Darkest Hour

Nichts anderes trifft auch auf Stick To Your Guns aus Orange County (Kalifornien) zu. Angeführt von Frontmann Jesse Barnett verbreitet die Band seit 2003 politische und sozialkritische Messages zu Sounds, die Einflüsse aus Melodic Hardcore und Metalcore miteinander verbinden. Immerzu auf Tour, sowohl als Headliner als auch Supportband sind Stick To Your Guns in Europa ein oft und gerne gesehener Gast. So brauchten auch sie keinerlei Anlaufzeit um das Publikum auf Touren zu kriegen. Auf die Hymne „Against Them All“ gleich zu Beginn ließ die Band sogleich den Moshpit-Starter „Empty Heads“ von der Leine. Danach folgte ein ausgewogener Querschnitt durch die letzten drei Studioalben und die aktuelle EP „Better Ash Than Dust“. So konnte der bereits hohe Energiepegel im Saal nicht nur gehalten, sondern auch noch gesteigert werden. Die Supports konnten also schon mal voll überzeugen. Wie sah es mit dem Hauptact aus?

Die Halle fängt so langsam an zu brennen: Stick To Your Guns

Mit ihrem lockeren, sympathischen Auftreten gepaart mit polarisierenden Alben, wie zuletzt „IRE“ hat sich die australische Metalcore-Kapelle bis an die Spitze gearbeitet. Die aktuelle „Unbreakable Tour“ sprengt in ihrer Dimension und dem damit verbundenem Produktionsaufwand alles was die Band bisher gemacht hat. „Sprengen“ ist übrigens ein gutes Stichwort, denn Freunde der Pyrotechnik kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. Flammenwerfer, Explosionen, sprühende Funken – nichts wurde ausgelassen. Dass der Funke auch auf’s Publikum übersprang schafften Parkway Drive sogar schon mit den allerersten Tönen. Das Gitarren-Intro von „Wild Eyes“ alleine genügte, um die Kontrolle über den Saal zu übernehmen (und in Folge nie wieder abzugeben) und weil das mit dem Mitsingen auch gleich so gut funktionierte wurde gleich zum Auftakt der Bandklassiker „Carrion“ hinterhergeschickt. Der Rest der Setlist hielt sich eng an die bewährte Mischung aus erprobten Fanfavoriten („Karma“, „Idols And Anchors“) und aktuellem Material, welches live tatsächlich um einiges mehr hermacht als auf Platte und gehörig Partypotenzial vorzuweisen hat („Vice Grip“). Addiert man dazu noch die Menge an Moshpits und Crowdsurfing-Einlagen, ein (leider nicht kopfüber gespieltes) Drumsolo und eine Coverversion von „Bulls On Parade“, dann hat man ein Metalkonzert, dass nichts auslässt, jedes Klischee inbrünstig umarmt und dabei einfach verdammt viel Spaß macht. Einziger Abzugspunkt: das Weglassen von „Home Is For The Heartless“ grenzt schon fast an Frevel. Nichtsdestotrotz: Parkway Drive sind ihr Eintrittgeld sowas von wert und sind nun unbestreitbar in der obersten Liga angekommen. Chapeau!

Fotos: Andreas Wörister (Homepage / Facebook Page)

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