„Russia made in Austria“ lautet das Konzept, mit welchem Russkaja bereits seit Jahren in der Musikszene für frischen Wind sorgen. Am Donnerstagabend war die sympathische Wiener Band zu Gast im Posthof und brachte sämtliche Tanzbeine gehörig zum Schwingen.

Coffeeshock Company startete um 20:00 als erste Band des Abends und zeigte sich musikalisch ohne genaue Linie, aber dafür mit viel Elan und umso mehr Selbstbewusstsein. Die sich selbst bezeichnende „SuperSkunkRockReggae“-Band klingt genau so, wie sie es definiert hat: willkürlich zusammengemischt und daher leider oft auch nicht wirklich stimmig. Jeder Song bot genremäßig ein Spektrum pendelnd zwischen Metal, Ska, Rock und italienisch/englisch/Mundart Reggae und entzog sich somit jeglicher Einordnung. Obwohl diese vielfältige Combo musikalisch vielleicht nicht immer die beste Wahl war, funktioniert Coffeeshock Company live dennoch überraschend gut, wirkt lässig und und macht gehörig Spaß. Eines muss man den Jungs nämlich lassen: ruhig stehenbleiben kann man bei ihrer Musik auf keinen Fall und von so viel Motivation seitens der Bühne lässt man sich auch gerne anstecken.

Gut aufgewärmt durch die Vorband zelebrierte Russkaja einen glorreichen Auftakt und startete gleich voller russischer Gewalt und „Hello Japan“ vom aktuellen Album „Kosmopoliturbo“ in den Abend. Bereits ab diesem Zeitpunkt war der gut gefüllte Saal am Tanzen, aber seien wir uns ehrlich: allein die musikalische Kombi aus russischem Polka, Rock und Ska lädt einfach nur dazu ein, das Tanzbein zu schwingen. Entsprechend des flotten Startes setzte Russkaja mit jedem weiteren Lied noch einen drauf, brachte den Saal umso mehr zum Kochen, und zeigte damit, dass sie eine Band ist, die nicht nur vom Konzept seit Jahren perfekt funktioniert, sondern auch weiß, wie man das Publikum lenkt und eine Show auf die Beine stellt, die man so bald nicht mehr vergisst. Vom gemütlichen „groovy Head“ über den „Psycho Traktor“ bis zum Headbangen bei „Energia“ und einem Paartanz wurde hier seitens des Publikums bewegungstechnisch wirklich alles eingefordert, sodass das Konzert trotz der langen Spielzeit der Band plus ausgiebiger Zugabe viel zu schnell vorbei war.

Die Band bot ihre Klassiker genauso wie Neues und überzeugte wie immer mit musikalisch hoher Qualität und großer Sympathie. An den verschwitzten und glücklichen Gesichtern der Konzertbesucher am Ende des Abends konnte man ablesen, dass Russkaja nachwievor zu den besten Performern in der österreichischen Musikszene zählt und live immer wieder ein Gedicht ist.

Fotos: © Christoph Thorwartl

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