Was wäre passiert wenn sie in der Oberstufe mit Herrn Kickl geschmust hätten? Eine der wohl bekanntesten Fragen, die Peter Klien jemals jemanden, in diesem Fall Eva Glawischnig, gefragt hat. Sein neues Programm wurde am letzen Dienstag zum ersten Mal live im Zuge der 25 Jahr Feiern des Raml Wirtes in Neumarkt im Mühlkreis präsentiert. 

Gefürchtet und gefeiert zugleich wird der ORF-Reporter ohne Grenzen – Peter Klien. Bekannt wurde er durch die politischen Reportagen im Auftrag des österreichischen Satireformates Willkommen Österreich. Seine Beiträge rund im die Wahl des Bundespräsidenten und auch zur aktuellen Nationalratswahlen machten ihn zum Schrecken aller Politiker*innen. Seine „seriösen“ Fragen und seine Beharrlichkeit in den Interviews machten ihn zum Reporter der Herzen.

Bevor er mit seinem ersten Program die großen Hallen der Städte ausverkauft, versuchte er sich mit dem Programm in dem kleinen Ort Neumarkt im Mühlkreis. Im Zuge der 25 Jahr Feier des Kulturvereins Raml Wirt wurde Peter Klien eingeladen.

Im vollen Pfarrheimsaal erzählte Peter Klien von seiner Geschichte beim ORF, wie er nach und nach das Vertrauen der Vorgesetzten gewann und endlich auf für Reportagen eingesetzt wurde. Er sprach über sein überragendes Engagement, die Politik in Österreich bis ins kleinste Detail auszuleuchten. Ein treuer Begleiter war für ihn stets sein ORF-Mikrophon „Moses“, was ihm sämtliche Türen und Tore öffnete.

Der Aufbau und Inhalt der Shows war ähnlich wie der von den Videos. In chronologischer Reihenfolge wurden sämtliche politischen Ereignisse der letzten drei Jahre mit Hilfe der Videos und zusätzlichen Outtakes, sowie wie auch Facebook- oder Youtubekommentaren näher erläutert. Für diejenigen, die seine Videos doch sehr gut kennen und teilweise schon des öfteren gesehen haben, war der erste Teil des Kaberetts zwar nett, aber nicht unbedingt überraschend lustig, weil das gezeigte Material mitunter schon sehr bekannt war. Der Aufbau rundherum mit Geschichten zur jeweiligen Reportage und den ausgewählten Kommentaren zauberte aber auch „Peter-Klien-Kennern“ ein Lächeln auf die Lippen.

Es wäre keine Vorpremiere wenn alles glatt laufen würde. Die Technik kam oft mit der rasanten Erzählart des Kabarettisten nicht mit und es kam daher des öfteren zu Ausfällen. Die Situation wurde zu Beginn etwas unbeholfen gemeistert, aber beim dritten Mal lernte auch Herr Klien dazu und überbrückte die technischen Engpässe mit Geschichten über die Reportagen oder über das Standbild.

Die zweite Hälfte war dann schon spannender. Zu Beginn streiften er und sein Moses mit einer Kamera quer durch die vorderen Reihen auf der Suche nach einem politischen Opfer. Die Politiker*innen  im Saal wurden zwar von den Einheimischen erkannt, trauten sich aber nicht, dem Reporter ohne Grenzen Rede und Antwort zu stehen. Dieses Konzept ging ihm zwar nicht komplett auf, brachte aber einige Lacher über das vermeidende Verhalten der regionalen Politiker*innen. Die Geschichte der österreichischen Politik wurde bis zur Nationalratswahl fortgesetzt und auch die aktuelleren Reportagen fanden Platz. Ähnlich wie vor der Pause wurden die verschiedenen Parteien in ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen präsentiert.

Peter Klien konnte vergangenen Dienstag mit seiner Vorpremiere in Neumarkt im Mühlkreis ziemlich punkten. Vor allem, weil es in Österreich kaum einen Kabarettisten gibt, der sich nur auf die Politik spezialisiert hat. Eine Show, die zwischendurch auch für Fans mal zum Lachen ist und einen Abend lang prächtig unterhält.

Fotos: Loucaz Steinherr / buntbewegt.at

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