Sommerfrischln mit LaBrassBanda und Alpkan

Der Mezzanine Club lud zu einer weiteren Ausgabe der „Sommerfrische“ ein – letzten Samstag beehrten die Bands LaBrassBanda und Alpkan das Mühlviertel.

Sommerfrische ist laut Duden die Zeit, wo man die Arbeit ruhen lässt, etwas unternimmt und der Ort, an dem man sich erholt. Besser kann ein Titel für eine Konzertreihe im tiefen Mühlviertel wohl nicht gewählt werden. Bereits zum vierten Mal machte sich St. Ulrich zum Zentrum von kulturellem Genuss. Letzten Samstag war die bayrische Band LaBrassBanda und die lokalen Musiker von Alpkan zu Gast.

Den Beginn machte die aus Perg stammende Band Alpkan. Ganz und gar nicht wollen sich die fünf Musiker in eine Schublade stecken lassen – ihre Musik definieren sie selbst als „irgendwas zwischen Alpen und Balkan“. Dieser Beschreibung ist nichts mehr hinzuzufügen, anfangs bekannte Melodien oder Texte werden quasi durch den „Jazz-Gypsy-Fleischwolf“ gezogen und so neu interpretiert. Auch wenn der Flachwitz uns nicht unbedingt vom Hocker riss, konnten sie mit ihrer außergewöhnlichen Musik beeindrucken. Ein Song, der uns nach dem Konzert noch im Gedächtnis blieb, war die „alpkanische“ Auslegung von „Fürstenfeld“.

Wenn die Lederhosen und Dirndlquote und die Vielfältigkeit der Autokennzeichen so hoch ist, sind entweder Kirtag angesagt – oder LaBrassBanda im Lande. In dem Fall machten die bayrischen Musiker einen Abstecher ins Mühlviertel. Dass die Band bekannt ist für ausgelassene Tanzpartys versuchte Sänger Stefan Dettl gleich zu Beginn die Verhaltensregeln rund um Corona nochmal zu verinnerlichen. Gleich zu Beginn merkte man, dass die Band mit voller Freude bei der Sache ist und es regelrecht genießt wieder auf der Bühne zu stehen – diese Energie schwappte Eins zu Eins auf das Publikum über. Spätestens bei den Songs „Autobahn“ und „Nackert“ gab es bei den Besucher*innen kein Halt mehr. LaBrassBanda machten auch bei diesem Konzert das, was sie immer machen: die Leute zum Tanzen zu bringen und ein Stück weit alle Sorgen zu vergessen – vielleicht machten sie diesmal ihren Job etwas zu gut. Leider wurden dabei auch die Pandemie rund um Corona und die Vorsichtsmaßnahmen ein wenig verdrängt. Musikalisch waren die Jungs wie immer auf einem Topniveau unterwegs und bewiesen unter anderem zum Schluss mit dem Medley aus verschiedenen Songs, dass es sich bei den Mitgliedern der Band um absolute Vollprofis handelt. Als Sahnehäubchen zum Schluss gab es noch eine Zugabe mit dem Song „Alarm“.

Ein wunderschönes Konzert, das leider einen kleinen bitteren Beigeschmack hatte, wenn man an die Leute denkt, die trotz Ermahnungen wild durch die Bänke tanzten. Wir wissen, dass es gerade bei Bands wie LaBrassBanda schwer ist, sitzen zu bleiben, aber vielleicht ist gerade das Jahr 2020 ein guter Moment, um seine Sitztanzskills auszubauen – um allen einen sicheren Konzertgenuss zu gewähren. Und um vor allem die Durchführung von weiteren Konzerten nicht zu gefährden. Ein großes Dankeschön geht trotzdem an die Veranstalter*innen, die immer wieder sehr freundlich und geduldig an die Sicherheitsbestimmungen erinnerten, die eine Veranstaltung in diesem Rahmen überhaupt möglich machten.

Foto: Christoph Leeb

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Konzerte - Filme - Bücher - Musik - Kunst // Sozialarbeiterin - Veranstalterin - Redakteurin - Fotografin

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