Tocotronic – Never change a running system!

Sie haben es wieder getan. Tocotronic hat mit „Wie wir leben wollen“ ein Album  herausgebracht, das sich am Erfolgsrezept der letzten Jahre orientiert – wozu denn auch Neues probieren. Im Posthof haben sie gestern Abend Neues & Altes vor einem sehr gemischten Publikum präsentiert.

Dirk von Lowtzow gilt mit seiner Band seit Mitte der 90er als eine der Säulen der sogenannten Hamburger Schule. Deutschrock für Intellektuelle würden manche sagen, aber mit Pop und anderen Elementen gibt’s auch die Kategorien Indie-Rock, Indie-Pop oder den wunderbaren Begriff Diskursrock für Tocotronic.

Aber hier leben, nein danke!

Die Texte von Tocotronic haben seit jeher den Charakter des Slogans. Kurz, prägnant, ausdrucksstark aber immer mit einer gewissen Tiefgründigkeit. Wie gemacht für einen Sinnspruch-Kalender der Hipster-Generation. Denen wird ja ohnehin immer nachgesagt, alles unreflektiert zu verwursten, um mit dieser Mischung die eigene Individualität zu unterstreichen. Insofern macht es Sinn, dass die vier Hamburger ohne Experimente ihrem Stil treu blieben und Slogans im Twitter-Format musikalisch umrahmen.

Abschaffen!

So einer der neuen Titel des mittlerweile zehnten Studioalbums. Beim Konzert mischten sich alt und neu nahtlos ineinander. Zwischen den großen bekannten Hits sorgten immer zwei bis drei Nummern für ruhige Pausen, in denen sich manche im Publikum fragten, ob das unbekannte Stück nun vom aktuellen oder einem ganz frühen Album kommt. Aber die Fans blieben ihnen treu, das sah man am Alter mancher BesucherInnen.

 
Foto: a_kep, earlier.at

 

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