Pflasterspektakel: Das Straßenkunstfestival in 27ter Runde

Das internationale Straßenkunstfestival fand von 18-20. Juli bereits zum 27ten Mal in Linz statt. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm, dessen Palette von Akrobatik, Comedy, Feuerperformances, Jonglage über Musik, Tanz und Theater zu Light painting oder (Objekt-)Installationen reichte.

Als Aufführungsorte dienten die Altstadt, Promenade- Herrenstraße- Spittelwiese, Pfarrplatz, Domgasse, Hauptplatz, die Landstraße, das Maindeck des Ars Electronica Center sowie verschiedene Innenhöfe. Auf Schlechtwetterprogramm musste diesmal an allen 3 (streng genommen 4, wenn man die Aufführung von „Radiant“ und die Eröffnungsfeier am Mittwoch berücksichtigt) Aufführungstagen nicht umgestellt werden. Die etwa 300 KünstlerInnen aus über 40 Nationen einschließlich lokaler Acts waren von Nachmittag bis 23 Uhr vertreten, im Anschluss konnte der Tag bei den Kaleidoskopnächten Revue passiert beziehungsweise bei der Nightline in Innenstadtlokalen gefeiert werden.

Manche KomikerInnen spielten einfallslos mit Geschlechter-und Homosexuellen-Stereotypen, manche MusikerInnen hörte man kaum, andere wiederum hätte man nicht unbedingt hören wollen. Dennoch gab es auch unbekannte Talente wie die Band Cobario zu entdecken. Das kann man vom Tanz wiederum nicht unbedingt behaupten. Die „Model Breakers“ erinnerten eher an einen Striptease als an eine ausdrucksstarke Performance und die Inszenierung von SILKfluegge und Junges Pottporus war ebenfalls enttäuschend. Mangelndes Talent kann man den jungen Tanzenden zwar nicht vorwerfen, aber die im Rahmen von Schäxpir gezeigte Inszenierung zu „Halt“ war deutlich besser. Bei „Stop and go- supernatural“ ist der rote Faden trotz der aufwändigen Kostüme verloren gegangen.

Als Highlights hingegen können die JongleurInnen, die Feuershows, die Porträt-und KarikaturmalerInnen oder AkrobatInnen bezeichnet werden. „four what“ zeigten auf dem OK-Platz mit Charme und Humor eine Show, die Elemente des Tanzes, der Jonglage und Akrobatik auf dem Boden sowie in der Luft vereinte. Ein sehr stimmiges Bild ergab auch die italienische Formation „Cia Cadute dalle Nuove“, welche Theater, Tanz und Akrobatik präsentierte. Eindrucksvoll war vor allem die Akrobatik auf dem Trapez. Schmunzeln konnte man bei der Darstellung des Vergangenen und Zukünftigen, gerade dann, wenn die beiden Charaktere aufeinander sowie auf die andere Zeitepoche trafen.

Das Science Fiction Stück „Radiant“ ist dagegen schwerer einzuordnen. Der Beginn gab mit dem Anstellen und Warten auf einen (nummerierten) Zonenpass mit Stempel den weiteren ungewöhnlichen Verlauf vor.

Organisationstechnisch sind die Informationsstände, Beschilderungen und die Tatsache, dass an vielen Aufführungsorten das Programmheft und aktuelle Tagesprogramm auflagen, lobend zu erwähnen. Dazwischen konnte der Kunsthandwerks-und Standlmarkt am Hauptplatz besucht werden. Für Kinder gab es ein eigenes Programm, teilweise mit Betreuung. Mehr Koordination hätte es bei der Platzierung der MusikerInnen gebraucht. Einige befanden sich direkt nebeneinander und nicht alles führte zu gelungenen Mischvarianten.

Fotos: Paul Buchegger / linzside.com

Artikel teilen
geschrieben von

Katharina ist Sozialwissenschaftlerin und Redakteurin. Sie beschäftigt sich vor allem mit gesellschaftlichen (z.B. frauenpolitischen) und kulturellen (z.B. Film, Theater, Literatur) Themen. Zum Ausgleich schreibt sie in ihrer Freizeit gerne literarische Texte: https://wortfetzereien.wordpress.com/

Kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen