Das war unser Konzertjahr 2019!

Das Jahr 2019 brachte auch wieder mehr als 100 Konzerte, wo die subtext.at-Crew vor Ort war, um das Gesehene für die Nachwelt festzuhalten. Daneben einige Filmfestivals, Musikfestivals und vieles mehr. Zeit, zurückzublicken, auf unsere High- und ja, manchmal auch Lowlights.

Patrick Datscher
Top Konzerte
Thrice, Refused, Petrol Girls – 11. November 2019 – Tonhalle München
PUP, Sløtface – 13. November 2019 – Chelsea Wien

 

 

Schon lustig, wie sich die Ereignisse manchmal überschlagen können. Zur Vorbereitung auf diese kleine BestOf-Liste habe ich mir mal wieder alle Konzerte zusammengeschrieben, die ich dieses Jahr besucht habe und bin auf knapp 70 Abende gekommen, die ich mit Livemusik verbracht habe. Das mulipliziert man dann noch mit drei und dann kommen da schon einige Bands zusammen. Dass meine absoluten Jahreshighlights im Abstand von nur zwei Tagen stattgefunden haben, ist da schon speziell.

Alleine die Bekanntgabe des Pakets Thrice & Refused hat bei mir schon Schnappatmung verursacht. Thrice gehören seit knapp 10 Jahren sowieso zu meinen absoluten Lieblingsbands, die legendären Refused hatte ich 2015 bei einer ihrer Reunion-Shows am Groezrock schon bewundert und wusste in etwa, wie sehr diese Band live zündet (auch wenn die letzte Platte sehr enttäuschend war). Zu guter Letzt gesellten sich auch noch die sehr geschätzten Petrol Girls zum Line-Up hinzu. Bei dem Abend konnte von Haus aus nichts schief gehen – tat es auch nicht!

Zwei Tage später war ich dann dabei, als PUP das Wiener Chelsea niederrissen. Ernsthaft: wenn mal wieder jemand herumjammert, dass Punk tot sei und keine spannenden, jungen Bands nachkommen, dann haut dieser Person einfach „Full Blown Meltdown“ auf voller Lautstärke um die Ohren. Kollektives Mitgrölen, Stagedives en masse, Spaß bei allen Beteiligten und dann sogar noch eine politische Botschaft darin verpackt. Was will man eigentlich mehr?

Gottseidank habe ich auch heuer kein wirklich unsägliches Konzert mitangehört, dass es verdienen würde, mit dem Stempel „Flop“ versehen zu werden. Aber dafür habe ich euch heuer wieder zahlreiche „honorable mentions“, die für mich positiv herausstachen, aber hier den textlichen Rahmen etwas sprengen würden: Outsmarted, Death By Stereo, Die Höchste Eisenbahn, Lingua Nada, The Black Heart Rebellion, Cloud Nothings, Touché Amoré, Defeater, Swain, …

Top 5 Alben:

PUP – Morbid Stuff

Ja, PUP dürfen auch in dieser Kategorie nicht fehlen. Zynisch, verdammt witzig und energiegeladen. Die vier Hundewelpen aus Toronto machen nicht nur die besten Musikvideos der Welt, sie haben es mittlerweile auch noch verlernt Songs zu schreiben die „nur“ gut sind. Jeder Song auf diesem Album ist nämlich ein verdammter Hit!

Better Oblivion Community Center – self-titled

Phoebe Bridgers und Connor Oberst sind ein „match made in heaven“. Die Texte, das Songwriting, die Stimmen: das passt einfach zu gut. Je länger das Jahr wurde, desto öfter trieb es mich wieder zurück zu diesem Album.

Nick Cave & The Bad Seeds – Ghosteen

Wenn einen das kitschige Cover nicht abschreckt, dann entdeckt man hier das vielleicht schönste Album des Jahres. Ein Nick Cave in Höchstform, meditiert und philosphiert zu epischen Balladen über Leben und Tod. Vielleicht so etwas wie optimistischere Aufarbeitung von „Skeleton Tree“.

The National – I Am Easy To Find

Ein von vorne bis hinten rundes The National-Album, wie es dieses ist, hat bei mir immer einen Fixplatz in der Jahresbestenliste. Die Band verfeinert ihren Sound weiter und wagt sogar ein paar Experimente. Die weiblichen Gastfeatures von Lisa Hannigan bis Sharon Van Etten werten die ohnehin guten Songs noch weiter auf.

Swain – Negative Space

Es scheint als wäre ich mit jeder Stiländerung, die die Wahlberliner hinlegen zu 100% an Board. Kein Song hat sich dieses Jahr annähernd so sehr in mein Gehirn gebrannt wie der Titeltrack dieses Albums. Die etwas zu schmalzigen Ausreißer gegen Ende seien dafür verziehen. Darüber hinaus ist das Grunge und Alternative Rock in perfekter 90s-Symbiose. Sogar Casper und Touché Amoré-Sänger Jeremy Bolm schauen auf ein Feature vorbei.

 

 

Christoph Thorwartl
Top-Konzerte 2019:
Madsen, Posthof Linz und Schlot Linz 

Flop-Konzert 2019: 30 Seconds to Mars, Burg Clam

Favourite Album 2019: Faber – I Fucking Love My Life 

 

 

 

 

 

Zugegeben, es ist ja nicht immer einfach, ein Konzertjahr in einen kurzen Rückblick zu verpacken. Versuchen will ich mich trotzdem – und mit dem Moment beginnen, der sich als „Schmerz!!!“-Konzert in meinem Ohr eingebrannt hat: 30 Seconds to Mars auf der Burg Clam. Ein achtzigminütiges Quasi-Playback-Geklimper eines als Reserve-Jesus verkleideten Jared Leto, der gemeinsam mit seinem Bruder das Überbleibsel von 30 Seconds To Mars bildet. Gepaart mit sektenhaft-hörigem Publikum, sauteuren Meet-and-Greet-Upgrades aufs Ticket, einer wie bereits erwähnt kurzen Show und der Tatsache, dass es gefühlte 38 Grad im Schatten hatte, ein Konzertabend, den ich dann doch lieber mit Bier im Gastgarten verbracht hätte.

Nun aber zu meinen Highlights: Madsen. Dass die Herren und die Dame live ein Brett sind, ist bekannt. So auch beim Gig im ausverkauften Posthof Linz, wo sie einmal mehr deutlich machten, weshalb sie als eine der besten deutschen Live-Bands gelten. Das eigentliche Highlight aber: am Tag darauf spielten sie bei den lieben Leuten vom Kulturverein Schlot noch ein FM4-Privatkonzert im Franckviertel. Sicher der Gänsehaut-Moment meines Konzertjahres.

Albentechnisch? Sicher „Da nich für“ des deutschen Hip-Hop-Wegbereiteres Dendemann, für mich das lang ersehnte Album von Igel vs. Shark, mit dem sie uns am 25.1. auch in der Stadtwerkstatt besuchen, aber vor allem ein Artist: Faber. Was war das für ein Wirbel um die alte Version von „Das Boot ist Voll“, wo einmal mehr deutlich wurde, dass man politisch gerade in der immer korrekt sein wollenden Musikszene schnell aufs Maul fallen kann. Dafür ist „I Fucking Love My Life“ dann aber doch erstaunlich facettenreich geworden. Gepaart mit einer Ironie, die genau der meinen entspricht, ein verdientes „Album des Jahres“ für mich!

 

Lisa Leeb 

Top-Konzerte 2019:
Mine, Porgy & Bess
Friska Viljor, Posthof Linz, Rock im Dorf-Festival und Röda Steyr

Flop-Konzert 2019: Capital Bra, Szene Open Air

Bester Film: „Systemsprenger“, Nora Fingscheidt

 

 

 

Knapp 100 Konzerte durfte ich im Jahr 2019 für subtext.at besuchen. Gefühlte 4500 Fotos und genausoviele Wörter später ist es Zeit, das Konzertjahr revue passieren zu lassen. Meine Top-Fünf setzen sich heuer aus rein internationalen Künstler*innen zusammen. Platz Fünfnf belegt die Band Welshly Arms für ihren Auftritt am Szene Open Air. Ich habe mich ja im Artikel bereits geoutet, dass ich die Band davor nicht kannte und sie mich komplett umgehauen haben mit ihrem Auftritt. Der vierte Platz ist auch eine alte Bekannte, welche es beinahe immer unter meine persönlichen Top-Plätze schaffte. Natürlich rede ich von der Münchnerin Fiva alias Nina Sonnenberg, welche mich mit ihrem neuen Album „Nina“ und dem Konzert im Posthof erneut verzaubert hat. Platz Drei wird ebenfalls von einer Frau belegt. Am Ja Ja Ja-Festival im Jänner im Rockhouse Salzburg konnte mich Iris Gold mit ihrer Performance begeistern. Deswegen freue ich mich besonders, die Dame am nächsten Noppen Air wieder zu erleben. Mine hat es geschafft, mit ihrem Album „Klebstoff“ bei mir auf Dauerrotation zu laufen.  Ihr Konzert im Porgy & Bess war eines der berührendsten in diesem Jahr. Das Schönste aus meiner Sicht war mein Erstes im Jahr 2019 – und zwar das Konzert von Friska Viljor. Mit ihrer neuen Platte und ihrer außerordenlichen Musik konnte sie mich komplett überzeugen.

Natürlich waren von knapp 100 Konzerten nicht alle super, und es gab natürlich das eine oder andere, wo ich lieber kurz frische Luft schnappen ging, oder mir was an der Bar holte. Aber das Konzert von Capital Bra am Szene Open Air (Vorarlberg, und nicht Schweiz!) wurde auch durch mehrmaligen Bargängen nicht annehmbar – und bekommt von mir den Titel Worst Concert 2019. 2019 war das Jahr der Filmfestivals für mich – ingesamt durfte ich bei fünf nationalen Festivals dabei sein. Ein Film hat mich besonders begeistert, und zwar der Film von Nora Fingscheidt, „Systemsprenger“. Auch 2019 hatte so seine Schmankerl dabei und ich bin der festen Überzeugung, dass das neue Jahrzehnt ebenso einige spannende Momente mit sich bringen wird!

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