Thees Uhlmann – Um die Zukunft keine Sorgen

Knapp eineinhalb Monate nach seinem Auftritt am Stream-Festival beehrte der Hamburger Thees Uhlmann erneut den Posthof. Dieses Mal Open Air und mit Publikum. Ein abwechslungsreiches und unglaublich sympathisches Konzert, das bei traumhaftem Wetter niemanden unzufrieden zurückgelassen hat.

Der Wettergott war den ungefähr 350 Gästen vor der Frischluft-Bühne diesesmal gut gestimmt und ließ den Regen zuhause. Schade eigentlich, dass nicht mehr Menschen an diesem Dienstagabend den Weg in den Hafen gefunden haben, den die haben ein ausgezeichnetes Konzert verpasst. Von Anfang an merkte man Thees an, wie viel Freude ihm es machte, in Linz wieder vor Publikum zu spielen. Stets eine Geschichte, mal kürzer, mal länger zu den einzelnen Songs auf den Lippen. Auch mit dem Publikum stets im Gespräch gab es neben einem erstaunlichen Lob für St.Pölten auch zwei besonders schöne Momente. Nach „Was wird aus Hannover“ fand sich ein junger Fan, der bei Scorpions-Songs recht textsicher war. Gleich bemerkt hat sich der junge Mann so ein gratis T-Shirt von Thees Uhlmann, bekannterweise ein großer Fan der deutschen Hard-Rock-Band, verdient. Auch ein Tauschangebot für den Pullover einer anderen Besucherin gab es. Wieso ich so viel über das und nicht die Musik an sich schreibe? Weil genau solche Dinge, diese persönliche Interaktion mit dem Publikum meiner Meinung nach fast genau so wichtig wie die Musik an sich. Das macht ein Live-Konzert, ein Live-Erlebnis aus und hier hat Thees Uhlmann auf vollster Linie abgeliefert. Schon lange nicht mehr so viel schmunzeln müssen bei einem Konzert, höchst symphatisch.

Musikalisch gab es sowieso nicht wirklich etwas auszusetzen. Fehlerfreie, hervorragende Performance. Ton- und Licht ideal gemischt. Bei den Songs gabs eine schöne Mischung aus alten und neuen Songs mit unter anderem „Zugvögel“, „Das Mädchen von Kasse 2“, „Club 27“, „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ und vieles mehr. Als Zugabe gab es dann „Römer am Ende Roms“ und mit „Ich sang die Ganze Zeit von dir“ noch einen Song aus Tomte-Zeiten. Jetzt kommt meine wohl einzige Kleinigkeit, die mir nicht ganz gefallen hat. Ich bin und werde kein Fan von zwei Zugabeblöcken, da halt ichs dann doch mit Dave Grohl, was das betrifft. Auch wenn ich mich über „Ein Satellit sendet leise“ als Raushauer noch gefreut habe bleib ich trotzdem kein Fan davon, zu viele wohl geplante Zugaben zu spielen. Aber ok, das ist eine sehr subjektive Meinung.

Alles in allem ein großartiges Konzert, das mit Sicherheit jeden zufrieden gestellt hat und an dem es objektiv nichts auszusetzten gibt. Sehr schön, auf hoffentlich bald, lieber Thees!

Fotos: Andreas Wörister, Christoph Leeb

 

 

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geschrieben von

Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber

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