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Crossing Europe 2015: Forms In Relation to Life – die Wiener Werkbundsiedlung

Crossing Europe 2015: Forms In Relation to Life – die Wiener Werkbundsiedlung

In den Film dreht sich alles um die Wiener Werkbundsiedlung, welche von unzähligen Architekten wie z.B. Adolf Loos, Josef Hoffmann undJosef Frank gestaltet wurde. Die Siedlung gibt es seit über 80 Jahren und seither hat sich einiges geändert. Das Leben auf kleinstem Raum ist aber immer noch gegeben.

Das Projekt der Wiener Werkbundsiedlung war ursprünglich gedacht, damit sich Menschen aus der unteren und mittleren Schicht hier zusammenfinden. Die Häuser waren Teil einer Ausstellung und sollten im Anschluss verkauft werden, aber etwa 90 Prozent wurden nur gemietet. Die Verwaltung ist recht schwierig mit dem Denkmalschutz und hohen Mieten und Betriebskosten.

Im Film werden die verschiedene Geschichten verschiedener Einwohner beleuchtet. Wie war das früher bzw. bei den Eltern? Wie kam man zu diesem Haus? Was hat man in ihm erlebt? Es sind sehr ergreifende Geschichten. Das Besondere an diesen Häusern und dieser Siedlung kann jeder Bewohner für sich erklären. Dass auch Touristen diese Häuser erleben wollen, sehen die meisten natürlich ein, jedoch fühlen sich einige in ihrer Privatsphäre eingeschränkt.

Ein spannender Aspekt war die Sicht der Dinge, wie die Siedlung jetzt aussehen sollte. Schließlich war der ursprüngliche Gedanke, etwas Leistbares und Wohnbares zu schaffen. So will die Verwaltung eher Menschen mit vielleicht auch etwas mehr als dem nötigen Kleingeld in diesen Wohnungen wissen. Die Bewohner mit weniger Geld finden diese Entwicklung natürlich nicht besonders positiv. Darüber hinaus dürfen die Bewohner baulich nichts verändern. Selbst die Fassade muss genauso hergestellt werden wie vor 80 Jahren, was natürlich weder betriebskostensparend (keine bessere Dämmung) noch billig ist.

Ein sehr interessanter Film über das Leben auf engsten Raum, dem Streit mit den Denkmalamt, Konflikte mit Nachbarn und ein ganz eigener Stadtteil Wiens, wie man es vielleicht gar nicht. Die Geschichten sind sehr gut geschnitten und kommen in einem gutem Mix vor. A From in Relation to Life – die Wiener Werkbundsiedlung ist ein sehr sehenswerter Film, besonders wenn man Schicksalen von Menschen und Architektur interessiert.

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