Crossing Europe Kritik: Utopia Ltd.

Crossing Europe Kritik: Utopia Ltd.

Utopia Ltd., der auf der diesjährigen Berlinale als Eröffnungsfilm lief, ist ein Dokumentarfilm, der vom Erwachsenwerden, Idealen, Desillusionierung und der gegenwärtigen Musikindustrie handelt.

1000 steht für eine große Anzahl. Robota für Menschen die ihr Leben von anderen bestimmen lassen. Das „A“ am Ende für das Individuelle, dass die vorangegangene Idee negiert. So erklärt Anton Spielmann, der charismatische und in den Medien oft als arrogant bezeichnete Musiker, den Namen der Band „1000 Robota“. Neben Spielmann (Gesang und Gitarre) komplementieren Basti Muxfeldt (Bass) und Jonas Hinnerkort (Schlagzeug) die Band.

Sandra Trostl begleitete die Band über 2 Jahre und dokumentierte dabei nicht nur ihren Werdegang, sondern erstellte ein Portrait von Jugendlichen, die in einer Welt, die so vieles toleriert, einen Weg suchen zu rebellieren. Situationen zwischen den Jungs und ihrem Label könnten so auch zwischen ihnen und ihren Eltern ablaufen. Da wird lieber der Hund gestreichelt, als das neue Album aufzunehmen. Frustration ist ein wichtiges Gefühl des Films, dass auch den Motor ihrer Musik darstellt.

Utopia Ltd. erzählt aber auch vom Punk, der schon lange keine ideale mehr transportiert sondern zu einem Genre verkommen ist. 1000 Robota, die ihre Musikrichtung selbst als „Wave Punk“ bezeichnen, scheinen dabei diese Werte zu leben, die der deutschen Musikindustrie so sehr zu fehlen scheinen. Zwischen Verkaufszahlen und Interviews scheint aber wenig Platz für Werte zu bleiben. Obwohl die Band ein enormes mediales Echo auslöst, sind Konzerte kaum ausverkauft – manchmal schon peinlich leer. Werte sind eben nicht mehr gefragt.

Am Ende trennten sich die Jungs von ihrem Label, machten Abitur oder eine Ausbildung und sehen sich weiterhin täglich mit den großen Fragen des Erwachsenwerdens konfrontiert. Auch wenn sie von ihrer Musik (noch) nicht leben können und bei Auftritten in Jugendherbergen statt Hotels übernachten müssen, so machen sie trotzdem weiter. Es geht nicht, wie so oft in unserer heutigen Zeit, um Geld, sondern Werte und Ideale und genau dafür stehen sie, die Robota.

Die Bewertung der subtext.at-Redaktion:

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