Weiße Flecken auf der Landkarte gibt es für Catastrophe & Cure hierzulande kaum noch. Auch im Posthof sind sie immer wieder gern gesehene Gäste. Mit ihrer aktuellen EP „Blank Spots“ und einem hervorragenden Supportact in Form von Like Elephants, boten sie nicht nur Zuflucht vor dem draußen tobenden Sturm, sondern auch ein fesselndes Konzerterlebnis für alle Fans zwischen Synth-Pop, Wave und Indie Rock.

Natürlich kann man an einen sonnigen Freitagabend auch anderweitig verbringen, als in einem finsteren, stickigen Konzertsaal. Geschätzte 120 Menschen fanden aber nichtsdestotrotz den Weg in den kleinen Posthofsaal und sorgten dort für eine wohlige Konzertatmosphäre. Dem in der Zwischenzeit aufziehenden Sturm entgingen sie obendrein. Passt doch gut, oder?

Like Elephants haben gerade eine neue Single namens „Holiday“ veröffentlicht und weiteres neues Material in Aussicht gestellt. So gab es neben bereits bekanntem und geschätztem Material vom letztes Jahr erschienenem Album „Oneironaut“ und der EP „Home“ auch die eine oder andere Live-Generalprobe zu hören. Das Grieskirchner Dream-Pop/Wave-Gespann agierte in dessen Umsetzung gewohnt souverän und schuf in kürzester Zeit eine dichte, intime Konzertatmosphäre. Auch wenn es die vorderen Publikumsreihen vorzogen, das gesamte Konzert über zu sitzen und die eine oder andere Aufforderung, den Respektabstand zur Bühne etwas zu minimieren wohl durchaus angebracht gewesen wäre. Der Gesamteindruck war trotzdem stimmig und auf die neuen Songs der Band darf man auf jeden Fall gespannt sein.

Seit FM4 im Jahr 2012 ihren Hit „Like Crazy Doves“ und das zugehörige Debütalbum für sich entdeckte, sind die 6 von Catastrophe & Cure aus der heimischen Indie-Szene nicht mehr wegzudenken und gehören mit zu den Besten ihres Faches. Mittlerweile ist die Band elektronik-lastiger geworden, experimentiert nicht erst seit „Undeniable/Irresistible“ vermehrt mit Synthies und Beats. Eine Tendenz, die auch auf der aktuellen Platte „Blank Spots“ eine Fortsetzung findet. Ihre in sich stimmige und doch so gewandelte Klangästhetik lud für die folgenden knapp 75 Minuten dazu ein, in der Dunkelheit des Saals zu versinken und im wahrsten Sinne des Wortes Zuflucht vor dem Sturm zu finden. Ein musikalischer Querschnitt, der weder stimmungsmäßig noch handwerklich zu wünschen übrig ließ. Richtigerweise erkannte die Band auch, dass es eher suboptimal ist, vor den Zugaben noch einmal von der Bühne zu verschwinden, wenn der Weg in den Backstage-Bereich nun einmal quer durch das Publikum führt. So gewährte man dem dankbaren Publikum ohne Umschweife auch noch eine drei Songs umfassende Zugabe, ehe das Unwetter weitergezogen war und wohl alle an diesem Abend zufrieden nach Hause gingen oder ebenfalls weiterzogen.

Fotos: Andreas Wörister / Slih’s Photography

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