Severin Gomboc: I bin nu ned miad

Der Trauner Liedermacher und Fingerstylegitarrist Severin Gomboc hat im Mai seine erste EP „I bin nu ned miad“ veröffentlicht. Ein Kleinod für Fans sanfter Gitarrenklänge und lebendigem Storytelling.

Seit knapp zwei Jahren stellt der Trauner Severin Gomboc Musik ins Netz. Er ist ein Vertreter der neuen Generation an Musikern, die aus dem Schlafzimmer heraus produziert und ihre Musik gekonnt über Youtube und Facebook in die Welt verstreut. Severin war für mich von Anfang an spannend zu beobachten. Wie er diese Kanäle für sich nutzte und wie man ihm als Außenstehender nach und nach dabei zusehen konnte, wie er als Musiker Schritt für Schritt an sich wächst, das hatte ich zuvor in dieser Form noch nie miterlebt.

Anfangs noch auf Fingerstyle-Stücken und Neuinterpretationen von bekannten Songs à la Beatles & Co. fokussiert, begann er im Laufe des Jahres 2019 seine Singstimme zu entdecken und an eigenen Songs zu basteln. Im Mai spielte er auch bei einer unserer Wohnzimmersessions im KAPU Kinosaal mit Dear Waves (Konzertrückblick).

Neben seinen offensichtlichen Fähigkeiten als Fingerstylegitarrist kam dabei noch ein weiteres, großes Talent in ihm zum Vorschein: das des Geschichtenerzählens. In lebendig geschilderten Beobachtungen erzählt Severin Gomboc auf Mundart von jungen Pärchen, die gemeinsam durchbrennen, von dysfunktionalen Beziehungen und von persönlichen Erlebnissen. Nach einigen Singles erschien im Mai 2020 mit „I Bin Nu Ned Miad“ nun seine erste, selbst produzierte EP. „5 Songs über das Vergessen, Verlieben und Vermissen (Also 5 Lieder über Frauen)“, schreibt er selbst darüber. Das trifft auch irgendwie den Kern der Sache, viel bemerkenswerter ist aber die fesselnde, detailverliebte Art und Weise, in der er wie ein alter Liedermacher-Hase, Geschichten und sanftes Gitarrenspiel miteinander verwebt.

Wer den Nino aus Wien mag und Legenden wie Danzer, Ambros oder Reinhard Mey (um auch Referenzen außerhalb Österreichs heranzuziehen) schätzt, der sollte bei Severin Gomboc auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Hörbar ist die EP auf allen bekannten Streamingplattformen sowie auf Bandcamp zum Download.


TRACKLIST

01. Tanz mit mir
02. Moch da kane Sorgen
03. Kirchen und Konfetti
04. Du mogst mi mehr ois I di
05. A wenns guad is wias is

VÖ: 15.05.2020, Eigenveröffentlichung
Spotify // Youtube // Facebook
www.severingomboc.com

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geschrieben von

Schreibt Albumrezensionen, Konzertberichte und führt gerne Interviews - transkribieren tut er diese aber weniger gern. Immer wieder auch für Blödsinnigkeiten abseits seines Kerngebiets "Musik" zu haben. Hosted einmal monatlich die Sendung "Subtext on Air" auf Radio FRO, ist bei mehreren Kulturinitiativen und in einer Band aktiv.

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