Sunnseitn ohne Sunn, dafür mit viel Schmäh!

Die Sunnseitn in Freistadt feierte heuer ihren 30. Geburtstag – und auch wenn noch nicht alles ganz so ist wie früher, freuen wir uns umso mehr, dass diese Veranstaltung nach einjähriger Pause zurück ist. Vor Allem das Setting in der Freistädter Brauerei liefert ein einmaliges Ambiente, auch dieses Jahr, wo das Wetter leider nicht ganz so mitgespielt hat. 

Aber mal alles von Beginn: das Warm-Up am Freistädter Hauptplatz leider am Freitag verpasst – so gingen wir, bevor wir die Veranstaltung selbst besuchten noch auf ein Abendmahl ins Brauhaus essen. Eh auch ganz ok. Pünktlich um Acht startete das Programm, sodass wir beim alpenländischen Volkstanz der gelederhosten Tanzgruppe Sandl durchwuselten um zur “Hauptbühne” zu kommen. Dort spielten die mir bis dahin unbekannten “Vabrassmass”. Vabrassmass verbinden Brass, Hip Hop, Jazz, Funk und House-Elemente zu Musik, die wirklich Laune machte. Was man dieser Band und auch den kommenden Künstler:innen anmerkt, ist die offene Freude darüber, endlich wieder auf der Bühne performen zu dürfen. 

Nach einem Bühnenwechsel fanden wir uns in einer Bierstube wieder. Am Eingang stand ein Herr, der fein säuberlich mitschrieb, wie viele Menschen sich gerade darin befinden – so viel Ordnung muss sein. In der Bierstube spielte einstweilen die südpolnische Delegation “Torka”, Frauen aus vier verschiedenen Musikrichtungen, die traditionelle Lieder singen und spielen. Etwas verwirrt hat uns der vermeintliche Familienpatriarch, der am Rande mit einem Musikinstrument saß, das wir bis zum Ende nicht identifizierten. Wir konnten nur erkennen, dass es wohl mal ein Tier gewesen sein muss.

Zurück auf der Mainstage gab es mit Skinny B HipHop aus der Region, um genauer zu sein aus Tragwein. Mittlerweile nahm der Regen zu, so dass sich viele der Zuseher:innen seitlich zur Bühne unter die Überdachung stellten, was sich erst wieder änderte, als die Regenponchos Einzug hielten. Zum Abschluss gab es dann den überregionalen Headliner Buntspecht mit ihrem neuen Album “Spring bevor du fällst“ im GEpäck. Die betrunkenen Seiltänzer, die Kinderlieder schreiben für alle Erwachsenen da draußen (Eigendefinition auf ihrer Website), sind ein musikalisches Gesamtkunstwerk. Abgesehen von der einzigartigen Stimme des Sängers, oder dass ich kaum andere Band kenne, in der eine Melodica vertreten ist, beeindruckte uns vor allem der Drummer,der nebenbei noch seine Bongos trommelt. Nach neunzig Minuten mit nur den besten Tönen aus ihren bisherigen vier Alben nahmen sich die Herren sogar noch Zeit, um unsere Alben zu signieren und einen Plausch zu führen. Wer die Jungs übrigens in naher Zukunft sich auch live zu Gemüte führen will – sie spielen diese Woche am „Free Tree Open Air“. Zum Abschluss geschah das für unmöglich Gehaltene: wir musste Spritzer trinken, weil das Bier aus war. In einer Brauerei! Aber auch das war nur ein kleiner Wermutstropfen eines sonst harmonischen Abends.

Fotos: Christoph & Lisa Leeb, a_kep

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Chemiewerker in der Stoistodt. Gesellschaft, Musik und Fußball

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