Sons of the East im Posthof LInz
Foto: Christoph Leeb

Sons of the East: Der Sound des Sommers

Gut 450 Personen sind am vergangenen Freitag im Posthof in den Genuss des ersten Linz-Konzertes der australischen Folk-Artists Sons Of The East gekommen. Ein Konzertabend, der vom Sommer träumen ließ.

Es war schon fast die ideale Atmosphäre, die am vergangenen Freitag beim Gastspiel von Sons Of The East im Linzer Posthof herrschte. Kein Regen, weitläufiges Frischluft-Areal, nicht zu voll, aber auch nicht so leer, dass das Konzert keinen Spaß gemacht hätte. Ideale Voraussetzungen also – auch für Supportact Ash Radford, der gegen 19:15 die Bühne betrat. Der gebürtige Brite hat seinen Lebensmittelpunkt in den Süden, genauer gesagt nach Portugal verlegt – und das hört man. Sehnsucht nach Sommer, Strand und Meer dürften ihn dorthin geführt haben – zumindest was seine Musik anbelangt. Songs wie „Pagan Roman Daydream“ zeugen davon, Surf-Pop-Einflüsse sind zur Genüge vorhanden. Ash Radford erfindet zwar das Genre nicht neu, hat das Herz aber am richtigen Fleck, sichtlich Spaß on stage inklusive. Für einen Support-Slot mehr als ok.

Indie-Folk der tanzbaren Sorte

„Mehr als ok“ als Attribut traf auf den Auftritt von Sons Of The East mit Sicherheit nicht zu. Das ursprünglich als Trio unterwegs gewesene Bandprojekt aus Freshwater, einem Vorort von Sydney, hat sich mittlerweile zum Folk-Live-Brett entwickelt. Umso verwunderlicher ist es eigentlich, dass erst 2022 das erste „eigentliche“ Album erschienen ist. Immerhin gibt es Sons Of The East bereits seit 2011. Das Album „Palomar Parade“ ist das Produkt des Schaffens der letzten drei Jahre einer Band, von der man mit Sicherheit noch viel hören wird. Bereits seit 2013 unterwegs, zuerst mit drei EPs, erobern sie mittlerweile die Indie-Folk-Welt. Egal ob mit Hits wie „California“, „it Must Be Luck“, „Millionaire“ oder „Into The Sun“ – spätestens als bei „Hold On“ auch die enthusiasmierte Crowd mit singt, ist ein grandioser Konzertabend für Fans des Genres vorbei. Sympathiepunkte auf der Bühne sammeln die Jungs auch. Hier wirkt es so, als ob die Freude auf der Bühne eine ehrliche ist. Für Fans des Genres wie erwähnt sehr gut, für Leute, die in Indie-Folk mal reinhören möchten, eine der Bands, die man gerne empfiehlt. Oder, wie sich der Autor dieser Zeilen gedacht hat: hätten sich Mumford & Sons, Two Gallants und Mighty Oaks auf ein musikalisches Packerl gehaut, das wäre dabei herausgekommen. Und das ist gut. Verdammt gut sogar!

Foto: Christoph Leeb

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.