Der Roman „Hinter Eis“ spielt in einer Zeit, in der Männer nur noch im tiefgefrorenen Zustand existieren – aufgetaut werden sie lediglich dann, wenn es zum gesetzlich verordneten Fortpflanzungsakt kommt. Gut verdienende Damen allerdings können sich durch Gesetzeslücken auch aus reiner Freude an der Sache einen Mann enteisen lassen. So wie die Hauptfigur, Daciní Franschitzky, die sich irgendwann in ein solches „Subsubjekt“, wie die Männer in der Geschichte bezeichnet werden, verliebt. Da die Liebe zwischen Mann und Frau in dieser Welt aber nicht möglich ist, versucht die Protagonistin notwendigerweise aus ihr auszubrechen.

Bobby Anders entwirft eine Zukunftsvision, in der männliche Ausdrücke vollkommen aus der Sprache verschwunden sind. So sagt frau etwa nicht mehr „der Wein“, sondern „die Vina“. Zu Beginn ist das etwas gewöhnungsbedürftig, hat sich der/die Lesende aber erst einmal daran gewöhnt, entwickelt er/sie rasch ein Gefühl für die neuen Ausdrücke und es entsteht dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. An den Text angehängt findet sich praktischerweise ein Glossar, in dem die neuen Vokabeln nachgeschlagen werden können.

2004 hat der Autor übrigens den erostepost-Literaturpreis gewonnen – und zwar für die Kurzgeschichte „Eiszeit“, der bereits die gleiche Idee wie im nun vorliegenden Buch zugrunde lag.

Fazit: Gut geschriebener und spannender Roman mit einem unerwarteten Ende!

Bobby Anders „Hinter Eis“
PROverbis Verlag, 280 Seiten
EUR 19,95

Links:
Buchtrailer: http://www.youtube.com/watch?v=nqgbHHMDvdU
Verlag: www.proverbis.at

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