Corinna Krome nahm sich für uns zwischen Soundcheck, Auftritt und Badespaß am Acoustic Lakeside ein paar Minuten Zeit und erzählte uns von einem wunderbaren Zufall:  der Gründung der Band Yalta Club. Was der Ansporn der Band ist Musik zu machen, und was die Message hinter ihren Songs ist, hat sie uns erzählt. 

subtext.at: Gibt es Fragen die du nicht beantworten möchtest ?
Corinna: Nein.

subtext.at: Acoustic Lakeside, ein ganz besonderes Fesival. Seid ihr zum ersten Mal hier ?
Corinna: Ja. Wir sind gestern von Paris 18 Stunden nonstop durchgefahren und erst am Abend hier angekommen. Und heute morgen haben wir erst entdeckt, wie wunderschön das Ambiente ist. Und ja, wir sind zum ersten mal hier.

subtext.at: Wie gefällt euch das Konzept vom Acoustic Lakeside ?
Corinna: Sehr gut. Unser erstes Album ist sehr akustisch und passt perfekt zu dem Konzept, beim zweiten haben wir mit dem Veranstalter einen Deal aushandeln müssen, da es doch sehr elektrolastig ist – aber wir haben schon ein zwei Dinge extra für das Festival arrangiert.
Es ist vor allem schön, wenn man seine Songs nochmal überarbeiten kann und neu interpretieren kann – das ist schon sehr spannend.

subtext.at: Apropros Songfinden. Wie funktioniert bei euch der Schreibprozess?
Corinna: Wir schreiben alles gemeinsam. Wenn einer eine Idee hat, arbeitet er dies soweit auf und schickt sie allen weiter. Jeder versucht dann im stillen Kämmerchen zuhause seinen Part hinzuzufügen. Für die Alben fuhren wir an ein Haus am Meer und schrieben und komponierten in den zwei Wochen über 70 Songs. 11 davon kamen aufs Album. Das möchten wir auch gerne weiterhin so machen.

subtext.at: Wie schwer war es da die Entscheidung zu treffen, welche aufs neue Album kommen und welche nicht?
Corinna: Das war ein lange Diskussionsprozess, und die Meinungen waren dann doch sehr unterschiedlich, welche Songs es „wert“ sind, aufs Album zu kommen. Aber da wir uns in den letzten sechs Jahren zu einer kleinen Familie zusammengerauft haben und uns neben der Musik auch ein eine enge Freundschaft verbindet, ging es ohne große Streitigkeiten.

subtext.at: Ihr habt ja doch auf eine sehr ungewöhnliche Art du Weise zueinander gefunden. Magst du mir das kurz noch erzählen ?
Corinna: Ja stimmt, gerne. Ich war für drei Monate in Paris und am dritten Tag bin ich joggen in einen Park gegangen – da bin ich über die vier Jungs, die gerade am Weg zum Proben waren, drüber gestolpert. Ich hab sie gefragt, ob sie noch auf der Suche nach einer Musikerin sind und wir haben Email-Kontakte ausgetauscht. Ein paar Tage später haben wir uns getroffen und statt drei Monaten bin ich jetzt schon sechs Jahre in Paris.

subtext.at: Ich kann mir auch vorstellen, dass zu Beginn die Sprachbarriere ein Thema war, was für euch doch unangenehm war…
Corinna: Ja, gerade am Anfang war es schwer, da ich noch nicht so gut Französisch konnte und die Scherze der Jungs nicht verstand. Und später, als ich sie dann verstand, und selber welche machte, verstanden die Jungs sie nicht, da sie dachten, dass ich das ernst meine. Das war am Anfang schon sehr einschränkend, doch die gemeinsame Musik war dann doch sehr hilfreich und so konnten wir auch sehr gut kommunizieren. Zu Beginn war es doch oft sehr einsam für die Jungs und auch für mich. Jetzt spielt das aber keine Rolle mehr, weil mittlerweile die Sprache keine Rolle mehr spielt.

subtext.at: Die Inhalte der Songs. Wie werden diese gefunden ?
Corinna: Wir schreiben und singen über Dinge, die uns beschäftigen. „Love“ etwa war die Antwort auf die Terroranschläge in Paris. Was wir nach dem zweiten Anschlag einfach veröffentlichen mussten. Ein weiteres Lied auf unserem Album handelt zum Beispiel von einer geflüchteten Familie. Wir diskutieren sehr viel über politische Themen oder um die Umwelt – Themen, die uns eben beschäftigen, und die wir in unseren Songs verarbeiten zu versuchen.

subtext.at: Ich kenne euch noch von einem Auftritt –  ich denke das ist jetzt so etwa zwei Jahre her, wo ihr bewusst ins Publikum gegangen seid. Wie wichtig ist euch die Nähe zum Publikum ?
Corinna: Sehr wichtig. Wir schreiben unsere Songs eben zum einen, um die Probleme anzusprechen und zu verarbeiten, und zum anderen, um in Interaktion mit dem Publikum zu kommen.
Die Stimmung und die Nähe im und zum Publikum inspiriert uns auch sehr.

subtext.at: Gelingt euch das immer? Bzw. hängt das mit der Publikumsgröße zusammen ?
Corinna: Gelingen tut es nicht immer, aber meistens. Es hat auch nichts mit der Größe des Publikums zu tun  – wir haben schon vor 3 Personen gespielt, wo es ein wunderbarer Abend war und die Interaktion sehr fließend war. Aber auch vor über 1000 Leuten auf einem Skifest, wo wir kaum bemerkt wurden.

subtext.at: Wie geht ihr dann mit so etwas um, wo die Interaktion nicht möglich ist ?
Corinna: Da wir nicht alleine auf der Bühne stehen und eben zu fünft sind, ist das dann doch einfach. Wir spielen dann für uns und treten dann bandintern in Interaktion.

subtext.at: Was steht in der nächsten Zeit noch so an?
Corinna: Tour durch Frankreich, Österreich, Schweiz, Deutschland – und danach geht es wieder ans Komponieren.

Yalta Club

Mehr Informationen über die Band findet ihr auf Facebook oder auf ihrer Homepage.

Demnächst sind sie am 9.9.17 wieder in der Schweiz unterwegs.

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