Ali skating 25 stairs in LY // Fotos: Crossing Europe

Crossing Europe 2022: The scares of Ali Boulala

„He Was A Skater Boy“ – Max Eriksson und Mikel Cee Karlsson erzählen die dramatische Geschichte des Profi-Skaters Ali Boulala. mit allen seinen Hochs und niederschlagenden Tiefs.

Im Zentrum des Films steht die Geschichte des Profi-Skaters Ali Boulala. Mit 16 Jahren ist der Schwede bereits von Flip Skateboards unter Vertrag genommen und nach L.A. verpflanzt. Ali war bekannt für seine waghalsigen Tricks und wurde als charismatisches Wunderkind mit Punk-Attitüden gefeiert. Sein Leben als Profi-Skater beinhaltete neben unzähligen Verletzungen auch tägliche Partys und viele Alkohol- und Drogenabstürze. Sein ausgelassenes Leben samt Crack und Co forderte 2007 seinen Tribut. Als bei einem tragischen Motorrad-Unfall sein bester Freund und ebenso Profi-Skater Shane Cross ums Leben kam und sich Ali schwer verletzte. Der Film gibt uns einem einen authentischen und unverblümten Einblick in das Leben von Ali Boulala. Neben den vermeintlich erfolgreichsten Jahren zeigt der Film auch jene Momente, wo Ali Boulala beinahe zerbrochen wäre.

Max Eriksson und Mikel See Karlsson spiegeln mit ihrem Film die Realität der Welt der Profi-Skater wider – abseits von MTV und Co. welche nur die Glanzmomente ausgestrahlten. Die Dokumentation macht einem erst bewusst, dass hinter dem ganzen Hype und Fame rund ums Skaten auch ein hochtoxischer Konsum von Alkohol und Drogen stand. Welche den Körper einerseits betäuben und anderseits wieder aufzuputschen. Gerade der Tod von Shane Cross zeigt auf, dass der Abusus die einzige erlernte Strategie ist, um mit solchen Schicksalsschlägen klarzukommen. Aber er zeigt auch auf, was für eine starke Community hier zustande gekommen ist und dass hier die Freundschaft auch Jahrzehnte später noch existent ist.

Der Dokumentationsfilm verbildlicht eines ganz klar – das Talent von Ali Boulala war unfassbar groß und hielt den Folgen von Drogen und Alkoholmissbrauch sehr lange die Stange. Den verfilmten Verfall mit dem Verlust des Freundes und der darauf folgenden Zeit geprägt von REHA, Gefängnis und Entzug berührte einen auf eine sehr einzigartige Weise.

Alte Videomitschnitte, Clips und Aufzeichnungen prägten den Filmstil, die Erzählung der Geschichte wurde teilweise von Ali Boulala selbst oder von alten Skater-Kollegen von damals übernommen, was dem Film eine unglaubliche Authentizität verleiht.

Wie schon zu Beginn des Filmes von Ali Boulala festgestellt wurde, sind es nicht die Knochenbrüche, Abschürfungen oder Verzerrungen, welche die schmerzhaftesten Wunden sind, sondern die inneren Verletzungen, jene, die die Psyche verletzen. Dies umschreibt die Geschichte rund um Ali Boulala aus meiner Sicht perfekt. Eine Geschichte, welche man auf jedenfall kennen sollte bzw. gesehen haben sollte.

THE SCARES OF ALI BOULALA

Drehbuch: Max Eriksson, Mikel Cee Karlsson

Kamera: Jonas Embring, Ivan Blanco, Iga Mikler

Mit: Ali Boulala, Rune Glifberg, Arto Saari, Ewan Bowman, Dustin Dollin, Kevin „Spanky“ Long

Schweden / Norwegen, 2021 | 106 min | englisch/ schwedisch OmeU

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