Crossing Europe 2015: „Letters to Max“

Crossing Europe 2015: „Letters to Max“

Man nehme einen „Nicht-Staat“ namens „Abchasien“, eine gesendete Flaschenpost und den französischen Filmemacher Eric Baudelaire. Wer so wie ich im Geographieunterricht noch nie von diesem Land gehört hat, der wird bei diesem Film eines Besseren belehrt.

Im Sommer 2012 ließ  Eric Baudelaire seine Flaschenpost mit der notgedrungenen Frage, ob Abchasien nun als eigenständiger Staat existiere oder nicht, auf Reisen gehen. Sie legte die Strecke von Paris in den Kaukasus skurillerweise problemlos hin. Dort angekommen fand der ehemalige Außenminister des staatenlosen Staates, Maxim Gvinjia, die Post und antwortete belustigt, aber dennoch seriös. Somit entstand ein Briefwechsel zwischen den beiden, dass der Filmemacher dokumentarisch festhielt. Gefangen zwischen den Fängen des Kommunismus, war und ist die Volksgruppe weltweit verstreut, aber vereinzelt in Georgien, der Türkei, der Ukraine und dem nahen Osten anzutreffen. Die Mehrheit der Abchasen leben in ihrem „Staat“ Abchasien, der aber von den meisten Nationen nicht anerkannt wird. Da hilft es auch nicht, wenn man sich geographisch zwischen Russland und Georgien befindet.

Abchasisches Alltagsleben, eingefangen in tonlosen, zu langatmigen Momentaufnahmen, kurze geschriebene Briefphrasen mit gesprochenen Antworten von Maxim Gvinjia. Abgewrackte Gegenden, in denen die Gesellschaft ihr Leben lebt, als sei es das normalste auf der Welt, in einem geographisch „fiktiven“ Staat zu leben. Die abchasische Sprache und Familien in herzlichen Gesten, aber trotzdem ungewöhnlich. Erklärungen und Gefühlsausbrüche von dem ehemaligen Außenminister in Abwechslung mit unpassenden Szenen. Teilweise verwirrend-langweilig. Abchasische Kultur könnte besser „verpackt“ werden, um den Zuschauer in eine fikitive, aber doch reale Welt zu lassen.

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Ich, ein Mädel aus Linzer Umgebung schreibe liebend gerne Konzert-Reviews, Filmkritiken und so manch anderes über Kultur, Leute und dem ganzen Drumherum. Wortspielereien mit Gefühlen, die echten Tatsachen und Stimmungen sind mein Metier, in dem ich mich am Wohlsten fühle. Kultur wie sie leibt & lebt im Linzer Raum und sonstwo, am Puls der Zeit, niemals vergessen, sondern dokumentiert, hier auf subtext.at Das ist meine Welt, ahoi!

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