Crossing Europe 2022 - award ceremony
Foto: Andreas Wörister

Crossing Europe 2022 – Preise und Awards

Der letzte Vorhang schloss sich Montag Abend im Moviemento Kino. Mit der Vorstellung des Preisträger*innenfilms „Silent Land“ endete die 19. Ausgabe des Linzer Filmfestivals. Am Vorabend hatte Aga Woszczyńska den CROSSING EUROPE Award – Best Fiction Film gewonnen.

Das letzte Seiterl ist getrunken, die blauen Fahnen mit dem Festival-Sujet wurden noch in der Nacht abmontiert. Nach nur sechs Tagen verschwinden die Spuren des Filmfestivals viel zu schnell aus dem Stadtbild. Doch die Eindrücke bleiben. Die knapp 15.000 FestivalbesucherInnen sahen 148 handverlesene Spiel- und Dokumentarfilme aus mehr als 30 Ländern. Diese zeigten aktuelle gesellschaftspolitische Positionen, aber auch künstlerisch-exzentrischen Arbeiten. Abgerundet wurde das Programm wie immer mit Highlights der laufenden Festivalsaison und dem regionalen Filmschaffen. Die erste Ausgabe des Festivals unter der neuen gemeinsamen Führung von Sabine Gebestroither und Katharina Riedler hat wieder 120 Filmgäste aus dem In- und Ausland nach Linz gebracht.

Die awards

Insgesamt wurden von drei Jurys Geld- und Sachpreise im Wert von € 26.500,- vergeben, gestiftet von unterschiedlichen FördergeberInnen und SponsorInnen. Die JURY COMPETITION – Fiction bestehend aus Isabel Jacobs, Jakob Kijas und Uģis Olte hat den mit € 5.000,- dotierten CROSSING EUROPE Award – Best Fiction Film an Cicha Ziemia / Silent Land von Aga Woszczyńska vergeben.

Silent Land

Silent Land ist eine Ode an Passivität und Konformität, untermalt von ästhetischen, wohldurchdachten, minimalistisch gestalteten Bildlandschaften.

Lisa Trost über „Silent Land“

Der CROSSING EUROPE Audience Award – Best Fiction Film, ebenfalls im Wert von € 5.00,- ging an Un Monde / Playground von Laura Wandel. Der Film hatte seinen Kinostart in Österreich schon am 29. April 2022 und läuft derzeit im Moviemento und dem Stadtkino Wien.

„Die Dynamik, welche sich im Laufe des Films entwickelt und die transportieren Gefühle beschäftigen einem auch noch nach dem Film. Selten habe ich nach einem Film so einen leisen Kinosaal erlebt.“

– Lisa Leeb über Un Monde / Playground
Un Monde / Playground

Die JURY COMPETITION – Documentary bestehend aus Wouter Jansen, Antigoni Papantoni und Annina Wettstein vergab den CROSSING EUROPE Social Awareness Award – Best Documentary im Wert von € 5.000,- and Tvornice Radnicima / Factory to the workers von Srđan Kovačević.

Tvornice radnicima / Factory to the Workers

Durch eine besondere Kameraführung entsteht eine authentische Darstellung der Fakten, welche die Ehrlichkeit und den Frust der Arbeiter*innen spürbar macht.

Lisa Leeb über Factory to the workers

Eine weitere Besonderheit des Festivals ist die YAAAS! Competition. Von einem jungen KuratorInnen-Team ausgesuchte Filme laufen im Bewerb CROSSING EUROPE Award – YAAAS! Jugendjury. Elisa Felbermayr, Darius Handl, Annika Mauser, Paula Mayrhuber, und Viktoria Stojanovic zeichneten Youth Topia von Dennis Stormer mit € 3000.- aus.

Vor allem für unsere Generation sind die angesprochenen Themen und die Realität im Film, wenn auch überspitzt dargestellt, einfach super visualisiert.

Die YAaAS! Jury über Youth Topia
Youth Topia

In der CROSSING EUROPE Competition – Local Artist werden gleich drei Preise von der Jury vergeben. Gertraud Eiter, Martin Sturm und Lorenz Tröbinger zeichneten den Dokumentarfilm „Stories from the sea“ von Jola Wieczore mit € 5.000,- aus, der Kurzfilm „Hollywood“ von Leni Gruber und Alex Reinberg erhielt einen Gutschein für Postproduktionsleistungen im Wert von € 2.000,-. Der mit € 1.500,- ausgestattete CREATIVE REGION MUSIC VIDEO Award ging an „I Accept – Nnella“ von Alexander Au Yeong und Nadja Bodlak.

Mit einer starken gestischen Performance der Hauptdarstellerin wird kompromisslos ein klares Konzept umgesetzt. Ein Film, der auf vielen Ebenen berührt.

Die Jury über das Musikvideo von Nnella

Crossing Europe @Home und unterwegs

Hoffen wir, dass viele der gezeigten und ausgezeichneten Filme bald auch regulär in den Kinos zu sehen sein werden. Zehn ausgewählte Filme aus dem Festivalprogramm 2022 sind noch bis 2. Juni auf der österreichischen Streaming-Plattform Kino VOD Club abrufbar. Zusätzlich bietet die Streaming-Plattform Filmfriend.at in Kooperation mit der Stadtbibliothek Linz eine Kollektion von 17 europäischen Spiel- und Dokumentarfilmen aus früheren Festivalausgaben, die mit Bibliotheksausweis kostenlos abgerufen werden können. Auch im ÖBB Railnet, dem kostenlosen WLAN im Zug, können im Mai noch zwei Filme aus den vergangenen Jahren gratis gestreamt werden. Einige der Festivalfilme werden in den nächsten Wochen und Monaten bestimmt auch auf anderen Festivals zu sehen sein, wie zum Beispiel dem Slash 1/2 in Wien oder dem Festival Der neue Heimatfilm in Freistadt.

Nächstes Jahr steht ein Jubiläum an! Wir freuen uns schon auf die 20. Ausgabe von CROSSING EUROPE Filmfestival Linz im April 2023.

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